• The Wall Street Journal

Schweizer Tresor-Anbieter will US-Gold loswerden

Amerikanische Goldfans, die ihre Schätze in Europa sicher verstauen wollen, müssen sich eine neue sichere Adresse suchen. Der Schließfachbetreiber Via Mat International will ihre Münzen und Barren jedenfalls nicht mehr haben.

Reuters

Amerikanische Goldfans müssen sich eine neue Heimat für ihr Edelmetall suchen.

Das Schweizer Unternehmen kündigte an, dass es ab Mitte 2013 nicht länger Gold von Kunden verwahren wird, die möglicherweise in den USA steuerpflichtig sind. Dem Unternehmen zufolge erfolgt die Änderung aufgrund von neuen Vorschriften. Das Unternehmen nannte allerdings keine konkreten Regeln.

Via Mats Schritt zielt ins Herz der Goldfans. Während viele Anleger Gold als Schutz vor Inflation, Währungsschwankungen oder konjunktureller Unsicherheit sehen, ist der Besitz von Gold allein für manche nicht genug. Sie wollen ihr Gold auch vor den Fängen der amerikanischen Steuerbehörden in Sicherheit bringen – also außerhalb der USA lagern.

Grund für die Sorgen der Goldfans ist der sogenannte Gold Confiscation Act aus dem Jahr 1933. Dieser Erlass von Präsident Franklin D. Roosevelt stellte in der Depression das Horten von Gold unter Strafe und sah auch die Möglichkeit einer Zwangsenteignung vor. Ängste, dass eine mögliche Staatspleite der USA zu einer Neuauflage der Anordnung führt, füllen die Schließfächer in London, Zürich, Singapur und Hongkong mit amerikanischem Gold. Banken und Betreiber eröffnen seit Jahren stetig neue Tresore.

Der Schritt von Via Mat folgt auf die Ankündigung der Großbanken UBS und Credit Suisse, dass sie ihre Gebühren ändern, damit Kunden eigene Schließfachkonten eröffnen. Bisher sammelten die Banken das Gold und hielten es in ihrer eigenen Bilanz. Aber die geänderten Vorschriften nach der Finanzkrise haben dazu geführt, dass die Banken für solche Vermögenswerte mehr Kapital zurückhalten müssen. Mit der steigenden Regulierung der Finanzwelt wird es für Goldfans immer schwieriger, ihr Edelmetall außerhalb der staatlichen Aufsicht zu verwahren.

Kontakt zu den Autoren: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Haus der Woche

  • [image]

    Diese Villa ist die teuerste Immobilie der USA

    20 Hektar Fläche, dazu ein kilometerlanger eigener Strand und zwei Inseln obendrauf: Dieses opulente Anwesen in Connecticut ist die derzeit teuerste Immobilie in den USA, die zum Verkauf steht. Und das hat seine Gründe.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 23. Mai

    Haben Sie das Wetter gerade satt? Menschen weltweit geht es genauso: In England hagelt es, in Nepal und Norwegen gießt es in Strömen, in den USA stürmt und blitzt es und in Indien schwitzen sogar die Gänse. Schauen Sie nach in unseren Fotos des Tages!

  • [image]

    Tornados hinterlassen einen Pfad der Zerstörung

    Mit enormer Wucht haben Tornados in der Nacht zu Dienstag Städte und Dörfer im US-Bundesstaat Oklahoma getroffen, darunter auch eine Grundschule. Jetzt beginnen die Aufräumarbeiten. Dabei wird das enorme Ausmaß der Naturkatastrophe deutlich.

  • [image]

    Im Luxusreich der Teenager

    Damit sich ihre Kinder gern zu Hause aufhalten, lassen wohlhabende Eltern für sie luxuriöse Wohnbereiche mit Karaokeanlagen, Billardtischen und riesigen Computern gestalten. Einige treiben es dabei auf die Spitze.

  • [image]

    Die Krise erreicht die Stierkampf-Arena

    Die Jahrhunderte alte spanische Stierkampf-Tradition steht vor dem Aus. Regionaler Nationalismus und Tierschützer setzen ihr schon seit Jahren zu. Die Rezession droht dem blutigen Spektakel aber den Gnadenstoß zu versetzen.

Erwähnte Unternehmen