• The Wall Street Journal

US-Konzerne starten Warnsystem für illegale Downloads

Internetanbieter in den USA wollen in Zukunft verstärkt gegen Kunden vorgehen, die illegal Filme, Fernsehserien und Musik herunterladen. AT&T, Cablevision Systems, Time Warner Cable, Verizon Communication und Comcast haben ein System ins Leben gerufen, bei dem Kunden, die der Online-Piraterie bezichtigt werden, sechs Strafstufen zu durchlaufen haben.

Schon jetzt sieht der Digital Millennium Copyright Act vor, dass die Internetanbieter ihre Kunden darüber informieren müssen, dass Beschwerden von Medienunternehmen gegen sie vorliegen. Doch das neue System mit Namen „Copyright Alert System" vereint die größten US-Internetanbieter nun zum ersten Mal. Gemeinsam haben sie sich auf eine Serie von sechs Warnsignalen verständigt. Den Anfang macht ein Brief oder eine E-Mail. Darin wird der Kunde über die Beschwerde informiert. Anschließend kann es zu einer Drosselung der Internetverbindung kommen.

[image] dapd

Statt illegal vor dem Rechner lieber mit Eintritt im Kino: Gemeinsam mit Lobbyverbänden haben die großen US-Internetanbieter jetzt ein Warnsystem implementiert, mit dem sie illegale Downloads verhindern wollen.

„Unser Ziel ist es, das Verhalten der Nutzer zu ändern und ihre Aufmerksamkeit zu erlangen", sagt Jill Lesser, Chefin des Center for Copyright Information, das die Zusammenarbeit koordiniert. Ausgestattet mit dem notwendigen Know-how werden die Unternehmen von den Lobbyverbänden Recording Industry Association of America und Motion Picture Association of America.

Die Internetanbieter wollen in Zukunft härter gegen Kunden vorgehen, die wiederholt auffällig werden und auch nach erstmaliger Verwarnung nicht aufhören, Filme und Musik aus dem Internet illegal herunterzuladen. Bei den Strafen verfolgen die Firmen dabei allerdings unterschiedliche Strategien. Time Warner Cable will zum Beispiel nach den ersten vier Mitteilungen den Internetbrowser der Beschuldigten sperren. Sie müssen anschließend eine Telefonnummer anrufen und erklären, dass sie verstehen, was sie falsch gemacht haben und dass sie einverstanden sind, es nicht wieder zu tun.

Nach der sechsten Verwarnung können die Kabelanbieter auch ganz den Stecker ziehen. „Wir behalten uns das Recht vor, einen Nutzeraccount wegen erheblicher Vergehen komplett zu sperren", sagte ein Sprecher von Time Warner Cable. Verizon will nach der sechsten Warnung die Geschwindigkeit der Internetverbindung drosseln. Comcast lässt Wiederholungstäter ein Lehrvideo sehen.

Die Internetanbieter erklären, dass ihre Kunden jederzeit Einspruch gegen eine Verwarnung einlegen können. Und Lesser glaubt auch nicht, dass das neue Programm großangelegte Raubkopiererei verhindern wird. Sie hofft jedoch, dass Gelegenheitstäter durch die neue Strategie abgeschreckt werden können.

Auf das gemeinsame Vorgehen hatten sich die Internetanbieter bereits 2011 verständigt. Es dauerte jedoch über ein Jahr, bis die Unternehmen das Programm implementiert hatten.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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