• The Wall Street Journal

Nokia setzt auf Billig-Smartphones

Der finnische Handy-Hersteller Nokia versucht, den Anschluss in der Smartphone Welt nicht zu verlieren. Ob ihm aber am Montag auf dem Mobile World Congress der große Wurf gelungen ist, darf bezweifelt werden, überzeugen konnten die Finnen nur mit einem Einfach-Handy.

Einen Nachfolger für sein Top-Smartphone Lumia 920 hatte Nokia Boss Stephen Elop nicht im Gepäck. Immerhin, mit dem Lumia 720 zu 249 Euro bieten die Finnen ein recht preiswertes und gut ausgestattetes Mittelklasse-Handy an, das zunächst in Asien, ab dem kommenden Quartal dann auch in Europa erhältlich sein soll. Auch das Lumia 720 kann wie sein großer Bruder 920 kabellos aufgeladen werden - nur: In den neuen schnellen LTE Netzen wird das Lumia 720 nicht funken.

Archibald Preuschat für WSJ.de

Nokia Lumia 520

Schlechtes Timing, denn LTE gewinnt immer mehr an Bedeutung, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden. Und ob 249 Euro für preisbewusste Kunden in Südeuropa, wo LTE noch in den Kinderschuhen steckt, nicht doch noch zu viel sind, muss abgewartet werden. Dort wird sich vielleicht das Lumia 520 besser verkaufen, das bereits ab 139 Euro erhältlich sein soll. Käufer des Lumia 520 müssen sich dann aber auch mit einer 5 Megapixel Kamera zufrieden geben.

Mit dem 520 und dem 720 hat Nokia seine Lumia Serie, die auf dem Windows-Phone-Betriebssystem läuft, nach unten und in der Mitte abgerundet, und genau das ist die Strategie der Finnen, sagte Elop, Smartphones zu jedem Preispunkt anzubieten. Jetzt muss die Rechnung aufgehen,

Überzeugend kam am Montag in Barcelona das Nokia 105 rüber: ein Einfachhandy, das trotzdem über ein Radio und eine Taschenlampe verfügt und bereits für 15 Euro zu haben sein soll. Das Nokia 105 richtet sich an Menschen, die noch kein Mobiltelefon besitzen. Das Einfach-Handy taugt aber auch zum Notfall-Zweitgerät: Laut Nokia muss es nur einmal im Monat aufgeladen werden, das ist schon fast wieder Luxus in einer Welt in dem den Smartphones zumeist spätestens nach einem Tag die Puste ausgeht.

Noch nicht ganz smart ist das Nokia 301, das ab dem kommenden Quartal für 69 Euro verkauft werden soll, zum E-Mail checken sollte es ab reichen.

Alles in allem hat Nokia in diesem Jahr auf dem Mobile World Congress mehr die preisbewussten Kunden angesprochen, bewegt sich damit aber auch in einem hart umkämpften Segment.

Kontakt zum Autor: archibald.preuschat@dowjones.com

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