• The Wall Street Journal

US-Kasinogigant darf in Macao expandieren

Associated Press

In den Kasinos von Macao werden jedes Jahr Milliardensummen umgesetzt. Las Vegas Sands darf jetzt 200 neue Tische eröffnen.

Der US-Milliardär Sheldon Adelson und sein Unternehmen Las Vegas Sands dürfen sich über ein verfrühtes Geschenk zum chinesischen Neujahrsfest freuen: Der Konzern hat von der Sonderverwaltungszone Macao die Genehmigung erhalten, weitere 200 Spieltische in seinen Kasinos zu eröffnen. Das berichten mit dem Vorgang vertraute Personen.

Anfang Februar wird in China mit dem Neujahrsfest der wichtigste Feiertag des Jahres eine Woche lang begangenen. Viele zahlungskräftige Zocker strömen in dieser Zeit nach Macao. Die zusätzlichen Spieltische könnten Sands einen zusätzlichen Jahresumsatz von mehr als 500 Millionen Dollar bringen. Zuletzt hatten strenge Vorgaben der Regierung dazu geführt, dass in den vergangenen vier Jahren kaum noch Ausbaupläne von Kasinobetreibern genehmigt wurden. Weder Vertreter von Sands noch der Glücksspielaufsicht von Macao wollten sich zu dem Vorgang äußern.

Die Analysten Aaron Fischer und Richard Huang von CLSA schätzen, dass die zusätzlichen Tische einen Umsatz von 511 Millionen Dollar pro Jahr einbringen, wenn sie für das Massenpublikum geöffnet werden. Sands betreibt damit künftig 1550 Tische in Macao, ein Zuwachs von 15 Prozent. Das Unternehmen ist einer von sechs zugelassenen Kasinobetreibern auf chinesischem Staatsgebiet und steht für etwa ein Fünftel der gesamten Glücksspielumsätze. Im vergangenen Jahr stiegen sie um 14 Prozent auf 304,14 Milliarden Patacas, das sind etwa 28,3 Milliarden Euro.

In Macao wird etwa sechs Mal so viel Geld umgesetzt wie auf dem Strip in Las Vegas. Für US-Unternehmen ist die frühere portugiesische Kolonie daher ein wichtiger Wachstumsmarkt. Da die Aufsichtsbehörden oft willkürliche entscheiden, bleibt das Geschäft aber riskant. In den vergangenen Jahren haben die Behörde versucht, der ausufernden Glücksspielleidenschaft der Chinesen Grenzen zu setzen, etwa mit Beschränkungen bei der Anzahl der Tische oder bei ausländischen Mitarbeitern. Sands hat im vergangenen Jahr mehr als 4 Milliarden Dollar in ein neues Kasino gesteckt und ist davon besonders betroffen.

Nach den neuesten verfügbaren Daten der Regierung gab es in Macao Ende vergangenen Jahres 5.685 Spieltische. Eigentlich war das Limit bis 2013 auf 5.500 Tische festgesetzt worden. Noch ist unklar, wie viele Tische künftig bewilligt werden. Neben Sands wollen auch US-Betreiber wie Wynn Resorts und MGM Resorts International in Macao expandieren.

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