• The Wall Street Journal

Niebel beklagt Blockadepolitik der Union

Nach Überzeugung von Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel schafft die FDP „locker" den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde bei der anstehenden Landtagswahl in Niedersachsen. „Wir gehen davon aus, dass wir auch in Niedersachsen mit einem ordentlichen Ergebnis in den Landtag einziehen werden und im Idealfall auch die Regierungsbeteiligung mit der Union fortsetzen", sagte der FDP-Minister im Gespräch mit dem Wall Street Journal Deutschland. Auch bis zur Bundestagswahl in knapp zehn Monaten sei „noch alles drin", ist sich Niebel sicher.

Michael Gottschalk/dapd

Entwicklungsminister Dirk Niebel.

Er widersprach auch Spekulationen, das politische Überleben von Parteichef Rösler hänge vom Wahlausgang in Niedersachsen ab. „Philipp Rösler kandidiert nicht in Niedersachsen", stellt Niebel klar. Zudem seien Wahlergebnisse immer Teamarbeit. Nach aktuellen Umfragen liegen die Liberalen bei vier Prozent und würden damit weder den Sprung in den niedersächsischen Landtag noch in den Bundestag schaffen.

Als Grund für die schlechten Umfrageergebnisse macht Niebel auch Blockadepolitik beim Koalitionspartner aus CDU/CSU aus. „Wir haben nach der Wahl feststellen müssen, dass der Erneuerungswunsch nicht bei allen Regierungsparteien genauso ausgeprägt war wie bei der FDP", sagt Niebel. Viele Punkte seien im Koalitionsvertrag nicht so klar vereinbart worden, wie man es hätte machen sollen. „Das Ergebnis der Koalitionsverhandlungen hat dazu geführt, dass ein Großteil der Wähler enttäuscht war, weil sie sich genauso wie wir mehr gewünscht haben", fügt Niebel hinzu. „Wir hatten Anfangsschiewigkeiten nach zwölf Jahren Opposition, uns in der Regierung zurechtzufinden. Das hat viele Menschen verstört und das spüren wir immer noch."

Der FDP-Minister verweist auch darauf, dass seine Partei besser kommunizieren müsse, „dass die FDP in dieser Regierung den Unterschied macht". So gebe es in der Union genügend Vertreter, die mit SPD und Grünen durchaus bereit gewesen wären, in der Eurokrise die Schulden der Südländer etwa durch Eurobonds zu übernehmen. „Nur die Regierungsbeteiligung der FDP hat das verhindert. Und das müssen wir den Menschen klarmachen", stellt Niebel klar.

Kontakt zu den Autoren: harriet.torry@dowjones.com und susann.kreutzmann@dowjones.com

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Panorama

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 22. Mai

    In Serbien steht ein Haus mitten in einem Fluss, im Senegal hangelt sich ein Mann am Bungeeseil in einen tiefen Brunnenschacht und in den USA hebt ein Schweizer mit einem Solarflugzeug ab. Das und mehr sehen Sie in unseren Fotos des Tages.

  • [image]

    Tornados hinterlassen einen Pfad der Zerstörung

    Mit enormer Wucht haben Tornados in der Nacht zu Dienstag Städte und Dörfer im US-Bundesstaat Oklahoma getroffen, darunter auch eine Grundschule. Jetzt beginnen die Aufräumarbeiten. Dabei wird das enorme Ausmaß der Naturkatastrophe deutlich.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 21. Mai

    In Sri Lanka fertigt ein Schneider eine kunterbunte Buddha-Fahne, in China hat sich wieder ein riesiger Straßenkrater aufgetan und beim Radrennen Giro d'Italia kämpften sich die Teilnehmer durch die Alpen. Das und mehr sehen Sie in unseren Fotos des Tages.

  • [image]

    Im Luxusreich der Teenager

    Damit sich ihre Kinder gern zu Hause aufhalten, lassen wohlhabende Eltern für sie luxuriöse Wohnbereiche mit Karaokeanlagen, Billardtischen und riesigen Computern gestalten. Einige treiben es dabei auf die Spitze.

  • [image]

    Die Krise erreicht die Stierkampf-Arena

    Die Jahrhunderte alte spanische Stierkampf-Tradition steht vor dem Aus. Regionaler Nationalismus und Tierschützer setzen ihr schon seit Jahren zu. Die Rezession droht dem blutigen Spektakel aber den Gnadenstoß zu versetzen.

  • [image]

    Otto – ein deutsches Einkaufsimperium

    Die Otto Gruppe besteht nicht nur aus dem gleichnamigen Versand. Gegründet 1946, ist Otto heute in mehr als 20 Ländern aktiv - mit 123 Konzerngesellschaften wie SportScheck, Manufactum, Mirapodo oder Hermes. Überrascht? Wir zeigen, was noch alles zum Imperium gehört.