• The Wall Street Journal

Ägyptisches Pfund stürzt weiter ab

Schwer lasten die politischen Unruhen und der wirtschaftlichen Abschwung in Ägypten auf der Währung. In Folge sind die Kosten für die Kreditausfallversicherungen für ägyptische Staatsanleihen kräftig angezogen.

Die Sorge vor weiteren politischen Unruhen und einer unüberschaubaren Abwertung der Währung haben viele Ägypter dazu gebracht, das Pfund nahe dem Tief zu verkaufen um sich im Gegenzug teuer im US-Dollar einzukaufen. Die Zentralbank in Kairo hat reagiert und Währungsreserven verkauft um die Pfund zu stützen. Es hat bisher wenig geholfen. Das ägyptische Pfund fiel auf 6,39 zum US-Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit November 2004.

Auf der Gegenseite steigen die Kosten, um ägyptische Staatsanleihen gegen den Ausfall des Schuldners abzusichern, auf den höchsten Stand seit vier Monaten. So kostet eine Kreditausfallversicherung mit einer Laufzeit von fünf Jahren rund 525.000 US-Dollar, um Staatsanleihen mit einem Gegenwert von 10 Millionen Dollar zu versichern.

Das ägyptische Pfund ist bereits seit Ende November unter Abgabedruck. Zu diesem Zeitpunkt begann Präsident Mohammed Mursi seine politische Macht zu stärken und die Islamisierung in der Verfassung zu verankern. Dieser Schritt löste Proteste im Lande aus, entnervte Investoren verließen schon damals das Land.

Während die politische Unterstützung in der Krise schwindet hat Präsident Mursi schwere Aufgaben zu lösen. So muss er die notwendigen Schritte einleiten, um die Wirtschaft zu stützen. Dazu gehört neben dem Herunterfahren der Zuschüsse für Lebensmittel und Energie auch der Abbau der Bürokratie.

Diese Maßnahmen sind die Voraussetzung für einen Kredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von 4,8 Milliarden Dollar. Nach einer Pause will Mursi die Gespräche mit dem IWF im Januar wieder aufnehmen.

Die Zentralbank von Ägypten hat in den vergangenen zwei Jahren bereits 20 Milliarden Dollar ihrer Währungsreserven abgebaut. Allein im November vergangenen Jahres fielen die Reserven um 448 Millionen Dollar auf nur noch 15,4 Milliarden und decken damit nur noch die Exporte für drei Monaten ab.

Um der Schwäche der heimischen Währung und dem Schwund in den Devisenreserven entgegenzuwirken führte die Zentralbank am Sonntag neue Maßnahmen ein. Dazu gehören Fremdwährungs-Auktionen, die die Nachfrage nach Dollar abdecken sollen.

In der bereits dritten Auktion am Mittwoch stellte die ägyptische Zentralbank den heimischen Banken 75 Millionen Dollar zu einem Wechselkurs von 6,3519 Pfund zur Verfügung. Damit stieg der Kurs gegenüber der ersten Auktion am Sonntag bei 6,2424 Pfund pro Dollar.

Devisenstrategen erwarten weitere Verluste im Pfund in den kommenden Monaten. Neil Shearing, Chefstratege Wachstumsmärkte bei Capital Economics in London sieht das ein Währungsverhältnis des ägyptischen Pfundes gegenüber dem Dollar für Ende des Jahres bei sieben. „Dies müsste passieren um die verlorene Wettbewerbsfähigkeit wiederzugewinnen", so Shearing.

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