• The Wall Street Journal

Portugal qualifiziert sich für nächste Hilfsrate

MADRID – Portugal hat sich nach Angaben von Finanzminister Vitor Gaspar für eine weitere Rate des 78 Milliarden Euro umfassenden Rettungspaketes qualifiziert. Dieses Ergebnis des insgesamt sechsten Quartalsberichts war erwartet worden, kam jedoch schneller als bei den vorangegangenen Überprüfungen.

Das ist eine gute Nachricht für die EU, die unterdessen weiter eine Lösung für das angeschlagene Griechenland sucht. Die Finanzminister der Eurozone, Vertreter der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank treffen sich am Dienstag in Brüssel, um über die Auszahlung von 31,5 Milliarden Euro an Griechenland und über weitere Maßnahmen zur Senkung des Schuldenbergs zu beraten.

Reuters

Portugals Finanzminister Vitor Gaspar hatte am Montagabend gute Neuigkeiten zu verkünden.

Portugals Staatsverschuldung steigt zwar, ist aber immer noch wesentlich niedriger als die von Griechenland. Mit dieser bestandenen Überprüfung erhält Portugal im Januar die nächste Rate über 2,5 Milliarden. Das Land hat bereits mehr als drei Viertel des Gesamtpakets, das bis Mitte 2014 läuft, erhalten.

Ministerpräsident Pedro Passos Coelho hat das Sparprogramm, das von der sogenannten Troika vorgegeben war, eng umgesetzt. Das bedeutete tiefe Einschnitte im öffentlichen Sektor und höhere Steuern. Wachstum könne nur durch Haushaltsdisziplin erreicht werden, betont Passos Coelho immer wieder. Die Maßnahmen haben die Wirtschaft aber hart getroffen. Das Steueraufkommen ist gesunken, die Sozialausgaben steigen. Die Arbeitslosigkeit liegt derzeit bei 15,8 Prozent.

Im September hatte die Troika daher zugestimmt, die Auflagen zu lockern. In diesem Jahr muss Portugal ein Haushaltsdefizit von 5 Prozent erreichen, zuvor hatte die Marke bei 4,5 Prozent gelegen. 2013 soll die Verschuldung auf 3,5 Prozent sinken, 2014 auf 2,5 Prozent.

Die Opposition und einige Volkswirte kritisieren, dass die Steuererhöhungen der Nachfrage schaden und die Wirtschaft noch tiefer in die seit drei Jahren andauernde Rezession treiben.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Panorama

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 22. Mai

    In Serbien steht ein Haus mitten in einem Fluss, im Senegal hangelt sich ein Mann am Bungeeseil in einen tiefen Brunnenschacht und in den USA hebt ein Schweizer mit einem Solarflugzeug ab. Das und mehr sehen Sie in unseren Fotos des Tages.

  • [image]

    Tornados hinterlassen einen Pfad der Zerstörung

    Mit enormer Wucht haben Tornados in der Nacht zu Dienstag Städte und Dörfer im US-Bundesstaat Oklahoma getroffen, darunter auch eine Grundschule. Jetzt beginnen die Aufräumarbeiten. Dabei wird das enorme Ausmaß der Naturkatastrophe deutlich.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 21. Mai

    In Sri Lanka fertigt ein Schneider eine kunterbunte Buddha-Fahne, in China hat sich wieder ein riesiger Straßenkrater aufgetan und beim Radrennen Giro d'Italia kämpften sich die Teilnehmer durch die Alpen. Das und mehr sehen Sie in unseren Fotos des Tages.

  • [image]

    Im Luxusreich der Teenager

    Damit sich ihre Kinder gern zu Hause aufhalten, lassen wohlhabende Eltern für sie luxuriöse Wohnbereiche mit Karaokeanlagen, Billardtischen und riesigen Computern gestalten. Einige treiben es dabei auf die Spitze.

  • [image]

    Die Krise erreicht die Stierkampf-Arena

    Die Jahrhunderte alte spanische Stierkampf-Tradition steht vor dem Aus. Regionaler Nationalismus und Tierschützer setzen ihr schon seit Jahren zu. Die Rezession droht dem blutigen Spektakel aber den Gnadenstoß zu versetzen.

  • [image]

    Otto – ein deutsches Einkaufsimperium

    Die Otto Gruppe besteht nicht nur aus dem gleichnamigen Versand. Gegründet 1946, ist Otto heute in mehr als 20 Ländern aktiv - mit 123 Konzerngesellschaften wie SportScheck, Manufactum, Mirapodo oder Hermes. Überrascht? Wir zeigen, was noch alles zum Imperium gehört.