• The Wall Street Journal

Hochtief will 700 Arbeitsplätze abbauen

Der Essener Baukonzern Hochtief plant einem Magazinbericht zufolge überwiegend in Deutschland den Abbau von rund 700 Arbeitsplätzen. Betroffen sei vor allem die Bausparte Hochtief Solutions, berichtet die Wirtschaftswoche. Gründe seien unter anderem der schwache Auftragseingang im Bereich Projektentwicklung und Schwierigkeiten beim Verkauf der Hochtief-Immobilientochter Aurelis.

Der Jobabbau sei zwischen dem deutschen Management und dem spanischen Hochtief-Eigentümer ACS umstritten, berichtet das Magazin unter Berufung auf Konzernkreise. Niederlassungen in Hamburg, Berlin, München und im Rhein-Main-Gebiet wären voraussichtlich von den Stellenstreichungen betroffen.

Ein Sprecher von Hochtief sagte, dass das Europageschäft, das in der Hochtief Solutions AG gebündelt ist, aktuell noch überprüft werde. Beschlüsse gebe es deshalb noch nicht. Die Überprüfung des Geschäfts sei zudem „völlig unabhängig" von den geplanten personellen Veränderungen bei der Hochtief AG, fügte der Sprecher hinzu.

Der deutsche Baukonzern war Ende vergangener Woche in die Schlagzeilen geraten. Völlig überraschend hatten der Vorstandsvorsitzende, Frank Stieler, und der Chef von Hochtief Solutions, Rainer Eichholz, das Handtuch geworfen. Auch der Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Wennemer hat angekündigt, Ende des Jahres seinen Posten aufgeben zu wollen. Konzernchef soll nun der ACS-Manager Marcelino Fernandez Verdes werden.

Beobachter gehen davon aus, dass die hochverschuldete spanische Konzernmutter ACS eine Zerschlagung des Essener Unternehmens anstrebt. Die Spanier dürften es vor allem auf einen Verkauf der australischen Tochter Leighton und des US-Geschäfts abgesehen haben - dabei kämen einige Milliarden zusammen.

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Beim Essener Baukonzern Hochtief herrscht Aufregung: Das Unternehmen muss gleich drei neue Topmanager suchen. Gleichzeitig stellt sich die Frage auf, ob dem Personal- ein Strategiewechsel folgt.

Während ACS durch den Beteiligungsverkauf ihren Schuldenberg reduzieren könnte, würde Hochtief selbst ins Mark getroffen. Leighton und das US-Geschäft erwirtschaften einen Großteil der Hochtief-Gewinne. Die Hochtief-Aktie reagierte am Montag mit einem Plus von 5 Prozent auf den überraschenden Wechsel an der Konzernspitze und die Spekulationen um eine Zerschlagung.

ACS hatte Anfang vergangenen Jahres nach langer Abwehrschlacht der Essener die Mehrheit an Hochtief übernommen. Befürchtungen, dass die hochverschuldete ACS in Wahrheit nur an die gut gefüllte Kasse von Hochtief wolle, machten schon damals die Runde. Der Hochtief-Aufsichtsrat wird aller Voraussicht nach am Dienstag über die neue Konzernführung entschieden.

Kontakt zum Autor: markus.klausen@dowjones.com

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