Von ALEXANDRA EDINGER
Europas Konzerne verlieren den Anschluss an die US-Konkurrenz. Beim operativen Ergebnis haben Europas größte Unternehmen im ersten Halbjahr um 4,4 Prozent abgeschenkt. Die US-Konzerne hingegen haben um 1,8 Prozent zugelegt. Das ergibt eine Studie der Berater von Ernst & Young. Sie haben die analysiert, wie sich Umsatz und Gewinn bei den 300 größten Unternehmen Europas und denen der USA entwickelten.
In Europa sehen die Experten zunehmend ein Margenproblem. Die US-Konzerne hätten ihre Kosten besser im Griff, glaubt Markus Schweizer, Partner bei Ernst & Young. "In Europa haben viele Unternehmen zu einseitig auf Wachstum gesetzt und dabei versäumt, ihre Geschäftsmodelle so flexibel zu gestalten, dass sie auf kurzfristige Nachfrageänderungen rasch reagieren können", erklärt Schweizer die Entwicklung.
Nach Schweizers Einschätzung haben die deutschen Konzerne aber inzwischen die Reißleine gezogen: "Derzeit treten die Unternehmen heftig auf die Kostenbremse." Für ihn genau der richtige Schritt, da auch 2013 aus Sicht von Ernst & Young eine Durststrecke wird. "Die Kosten müssen runter - sonst droht ein weiterer Margenrückgang und damit ein Verlust an Wettbewerbsfähigkeit", sagt Schweizer.
Europas größte Unternehmen
Die Kunst besteht für die Unternehmen darin, trotz Sparkurs agil und handlungsfähig zu bleiben. Hier sieht Schweizer insbesondere für deutsche Unternehmen einen Vorteil, schließlich hätten sie längst bewiesen, dass sie einen heftigen Einbruch überstehen können, ohne die Substanz zu gefährden.
So führen die deutschen Konzerne das europäische Ranking beim Umsatzwachstum und der Margenentwicklung an. Die Umsätze der deutschen Konzerne sind mit durchschnittlich neun Prozent im Jahresvergleich stärker gestiegen als bei den meisten anderen europäischen Unternehmen, die nur rund 7 Prozent Umsatzwachstum verbuchen konnten. Ebenso erfreulich stehen die Deutschen bei der Gewinnmarge da. Sie sank nur geringfügig von 8,0 auf 7,7 Prozent. Deutlich stärker schrumpften die Margen zum Beispiel in Italien, Großbritannien und Russland.
In Europa dominieren die Energieunternehmen die Spitze der Liste. Den größten Gewinn fuhr in Europa Gazprom ein - gefolgt von Statoil, Royal Dutch Shell, Total, Eni, BHP Billiton und dem Pharmakonzern Roche . Auf Platz acht kommt dann mit Volkswagen der erste deutsche Großkonzern. BP und der Energieversorger GDF Suez schließen das europäische Feld ab.
In den USA ist das Gewinnerfeld bunter gemischt. Platz eins hat Apple . Exxon Mobil, Chevron und Wal-Mart kommen danach. Der Telekommunikationskonzern AT&T liegt auf Platz fünf - dicht gefolgt von Microsoft . Verizone Berkshire Hathaway, Pfizer und IBM komplettieren die Top-Ten.
Kontakt zum Autor: Alexandra.Edinger@dowjones.com






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