Von DENISE WALL
HELSINKI—Bei den finnischen Kommunalwahlen erzielte die euroskeptische Partei der Basisfinnen wie erwartet einen deutlichen Stimmengewinn. Nach Auswertung von 97,6 Prozent der Wahlzettel bekam die nationalistische Partei 12,4 Prozent der Stimmen und lag damit 7 Prozentpunkte über dem Ergebnis der vorigen Kommunalwahl im Jahr 2008. Das teilte das finnische Justizministerium am Sonntagabend mit. Schon bei den nationalen Parlamentswahlen im vergangenen Jahr hatten die Basisfinnen erheblich zugelegt. Sie fordern unter anderem einen Austritt ihres Landes aus der Eurozone.
Wählernachbefragungen zufolge geht die eurokritische Partei aus den Wahlen als viertstärkste Kraft auf Gemeindeebene hervor. Sollten sich die vorläufigen Ergebnisse bestätigen, lägen die Nationalisten aber immer noch unterhalb der 15 Prozent, mit denen zahlreiche Wahlforscher gerechnet hatten. „Es ist klar, dass einige Leute nicht gewählt haben. Aber wir sind die einzige Partei, die Zuwächse erzielt hat", sagte Parteichef Timo Soini in einem Radiointerview am Sonntag.
Der neue Rückhalt für die Basisfinnen dürfte das tägliche politische Geschäft in den Städten und Gemeinden Finnlands wenig beeinflussen. Aber das Wahlergebnis zeugt davon, wie beliebt die nationalistische Partei unter Finnlands 5,4 Millionen Einwohnern ist. Analysten zufolge dürfte die Stärke der Partei die Regierung von Ministerpräsident Jyrki Katainen zwingen, den harten Kurs des Landes in der europäischen Schuldenkrise und bei der Finanzierung angeschlagener Euro-Staaten beizubehalten. Die nächsten Parlamentswahlen stehen erst im Jahr 2015 an.
Katainens konservative Sammlungspartei blieb bei den Kommunalwahlen die stärkste politische Kraft im Land und kam Hochrechnungen zufolge auf 21,8 der Stimmen. Damit liegt die Partei 1,7 Prozentpunkte unter dem Ergebnis der letzten Kommunalwahl. Katainen sagte am Sonntag, dass das schwächere Abschneiden seiner Partei vor allem am starken Auftritt der Basisfinnen „in der Gemeindelandschaft" liege.
Die Sozialdemokraten, der wichtigste Koalitionspartner in der derzeitigen Regierung, verlor ebenfalls Stimmen, lag aber weiterhin vor der konservativen Zentrumspartei.
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