Von ANDREAS PLECKO
Die Konjunkturerwartungen von Finanzmarktanalysten und institutionellen Anlegern für Deutschland haben sich im Februar stärker als erwartet aufgehellt. Wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte, kletterte der Index der Konjunkturerwartungen auf plus 5,4 Punkte von minus 21,6 im Januar. Dies war der dritte Anstieg in Folge. Damit notiert das Simmungsbarometer erstmals seit Mai 2011 wieder im positiven Bereich.
Die Notierung im Plus zeigt, dass die Mehrheit der Befragten eine positive Konjunkturentwicklung erwartet. Befragte Volkswirte hatten einen geringeren Anstieg auf minus 11,6 Zähler prognostiziert.
Der Index der Lagebeurteilung stieg ebenfalls und legte im Februar auf 40,3 Punkte zu. Im Vormonat hatte der Index bei plus 28,4 notiert, erwartet worden war ein leichter Anstieg auf plus 30,0 Zähler.
Franz: Konjunkturdelle nur vorübergehend
"Der erneute deutliche Anstieg der ZEW-Konjunkturerwartungen zeigt an, dass sich die aktuelle konjunkturelle Delle in Deutschland aus Sicht der Finanzmarktexperten nicht verfestigen dürfte", kommentierte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. "Die positiven Frühindikatoren aus den USA lassen auf eine stabilere Weltkonjunktur hoffen. Auch dürften Fortschritte bei den Verhandlungen Griechenlands mit seinen Gläubigern die Unsicherheit in der Eurozone reduziert haben."
Binnennachfrage bleibt Motor für Wachstum
"Aus Sicht der Finanzmarktexperten stehen die Chancen gut, dass sich die deutsche Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte in einem leichten Aufwind befinden wird", erklärte der ZEW-Präsident. "Stützpfeiler wird die Binnennachfrage bleiben, weil die Konsumenten aufgrund der nach wie vor günstigen Arbeitsmarktlage keine Sorgen um ihre Arbeitsplätze haben müssen. Wichtig bleibt indessen die Lösung der Krise im Euroraum."
"Wendesignal für die Konjunktur"
Bankvolkswirte äußerten sich noch optimistischer. "Die jüngsten ZEW-Zahlen sind ein weiterer Anhaltspunkt dafür, dass die deutsche Wirtschaft nach der Schwäche im vierten Quartal 2011 zu Jahresbeginn wieder ein schwaches Wachstum aufweisen wird", sagte Thomas Harjes, Volkswirt bei Barclays Capital. Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen sieht das ebenso: "Mit dem Sprung im Februar hat der ZEW nun endgültig ein Wendesignal für die Konjunktur geliefert. Denn der in früheren Zyklen in dieser Hinsicht sehr zuverlässige Sechsmonatsdurchschnitt hat nun nach oben gedreht", analysierte der Fachmann.
Vor dem ZEW-Index haben bereits die Einkaufsmanagerindizes signalisiert, dass die deutsche Wirtschaft in die Wachstumszone zurückgekehrt sein dürfte. Von besonderen Interesse wird sein, ob auch der in der kommenden Woche anstehende ifo-Geschäftsklimaindex im Februar erneut gestiegen ist.
Kontakt zum Autor: andreas.plecko@dowjones.com




![[goldreserven]](http://si.wsj.net/public/resources/images/DE-AD038_goldre_C_20120514095837.jpg)
![[premierleague14]](http://si.wsj.net/public/resources/images/DE-AD063_premie_C_20120514173903.jpg)
![[facebook]](http://si.wsj.net/public/resources/images/DE-AD044_facebo_C_20120514101458.jpg)
![[TECHBUY]](http://si.wsj.net/public/resources/images/MK-BU298_TECHBU_C_20120513203036.jpg)
![[MEXICO]](http://si.wsj.net/public/resources/images/WO-AJ755_MEXICO_C_20120513183725.jpg)

Hello
Your question to the Journal Community Your comments on articles will show your real name and not a username.Why?
Create a Journal Community profile to avoid this message in the future. (As a member you agree to use your real name when participating in the Journal Community)