• The Wall Street Journal

New York Marathon wegen Supersturm Sandy abgesagt

Associated Press

Abgesagt: New York City Marathon.

NEW YORK - Bürgermeister Michael Bloomberg und die Organisatoren des New York City Marathons haben das Rennen abgesagt. Der Marathon würde zu viele Kräfte binden, die das von Supersturm Sandy hinterlassene Chaos aufräumen müssten. Zum ersten Mal seit vier Jahrzehnten findet der Megalauf damit nicht statt - die Absage kam nur 35 Stunden vor dem geplanten Startschuss.

"Wir wollen nicht, dass eine dunkle Wolke über dem Rennen oder seinen Teilnehmern hängt, also haben wir uns zur Absage entschlossen", schreiben Bloomberg und die Organisatoren des Rennens in einer kurzen Pressemitteilung. "Wir können keine Kontroverse über ein sportliches Ereignis zulassen, auch wenn es ein so wichtiges wie dieses ist. Eine Debatte würde die Aufmerksamkeit ablenken von all der wichtigen Aufbauarbeit, damit sich unsere Stadt erholen kann und wieder in die Spur kommt."

Noch wenige Stunden zuvor hatte Bloomberg gesagt, der Marathon, der am Sonntag Morgen stattfinden sollte, werde abgehalten. Der weltweit bekannte Lauf solle demonstrieren, dass die Stadt sich von Sandy erhole und nach vorne blicke.

Andere Vertreter der Stadt kritisierten diese Haltung scharf. Den Marathon so früh nach einem solchen Megasturm abzuhalten, sei ein Schlag ins Gesicht der Einwohner, die von Sandy hart getroffen wurden. Der Marathon würde eher bei den Aufräumarbeiten und der Verarbeitung der Folgen des Sturms stören - immerhin habe Sandy allein in New York City mindestens 41 Menschen das Leben gekostet.

Die Diskussion verschärfte sich im Lauf des Freitags immer mehr, bis es schließlich zur Absage kam. Der Marathon soll auch nicht nachgeholt werden.

Obama ordnet Treibstofflieferungen für Krisen-Gebiete an

Erste Zeichen einer Rückkehr in die Normalität gibt es bereits: Erstmals seit den massiven Stromausfällen infolge von "Sandys" Wüten war die Skyline von Manhattan Freitagnacht wieder überwiegend erleuchtet. Doch auf den Straßen staute sich der Verkehr und an Tankstellen bildeten sich endlose Schlangen. Im Streit um das knappe Benzin gingen manchem die Nerven durch, es kam zu Reibereien und Handgreiflichkeiten.

Um die Lage zu entspannen und den von der Verwüstung betroffenen Gebieten zu helfen, ordnete Präsident Barack Obama zusätzliche Treibstofflieferungen an. Obama habe den Kauf von rund 45 Millionen Litern Benzin und knapp 38 Millionen Litern Diesel angeordnet, teilte die Katastrophenschutzbehörde mit. Der Treibstoff soll demnach vor allem nach New York und New Jersey gebracht werden.

Vier Tage nach der verheerenden Verwüstung durch den Hurrikan waren am Freitag an der US-Ostküste noch immer knapp vier Millionen Menschen ohne Strom. Der Gesamtschaden könnte Schätzungen zufolge bis zu 50 Milliarden Dollar (etwa 39 Milliarden Euro) betragen.

US-Stars sammeln mit Benefizkonzert Spenden für Sturmopfer

US-Sängerin Christina Aguilera eröffnete derweil das Benefizkonzert des Fernsehsenders NBC mit ihrem Song "Beautiful". Viele der Musiker auf der Bühne hatten eine persönliche Verbindung zu den schwer von dem Hurrikan verwüsteten Staaten New York und New Jersey. Aguilera kommt beispielsweise aus Staten Island, einer New Yorker Gemeinde, die der Supersturm bis zur Unkenntlichkeit zerstört hat.

Der Erlös sollte dem Roten Kreuz und anderen Hilfsorganisationen zugutekommen. Das Konzert sollte auf mehreren Kanälen von NBC Universal Networks ausgestrahlt werden. Auch andere Sender waren eingeladen, das Konzert zu übertragen. Viele lehnten das Angebot jedoch ab. Der Unterhaltungskonzern Walt Disney, dem der Sender ABC gehört, kündigte an, ohne das Konzert zwei Millionen Dollar an das Rote Kreuz zu spenden. Zahlreiche Sendungen auf ABC sollen am kommenden Montag für einen "Tag des Gebens" werben. Auch CBS, Viacom, MTV und das Fox Network kündigten Spenden an.

NBC hatte bereits nach den Anschlägen vom 11. September 2001 und nach dem Wüten von Hurrikan "Katrina" je ein Benefizkonzert veranstaltet.

—Mit Material von dapd

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