Von ARCHIBALD PREUSCHAT
Die Sendergruppe Pro Sieben Sat.1 steht vor dem Verkauf ihres skandinavischen Geschäfts. Mit dem Vorgang vertraute Personen halten es für sehr wahrscheinlich, dass das Unternehmen auf eines der eingegangenen Gebote eingeht.
Schon einmal, 2011, stand das skandinavische Geschäft zum Verkauf. Der Konzern betreibt in Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland werbefinanzierte TV- und Radiosender. Bezahlfernsehaktivitäten in der Region wurden bereits 2008 abgestoßen.
Vor gut einem Jahr waren die Kaufgebote für das nordische Geschäft, dessen Wert von Analysten auf 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro geschätzt wird, aber zu niedrig. Pro Sieben Sat.1 beschränkte sich auf den Verkauf seiner Aktivitäten in den Benelux-Staaten, was 1,23 Milliarden Euro einbrachte. Das entsprach mehr als dem Zehnfachen des operativen Ergebnisses.
Die drei Interessenten für das skandinavische Geschäft, Discovery sowie die Finanzinvestoren Providence und Nordic Capital, bieten etwa 1,3 Milliarden Euro, heißt es. Das ist ebenfalls mehr als das Zehnfache des operativen Ergebnisses. Ein weiterer Finanzinvestor, BC Partners, ist indes aus dem Rennen. Sein Gebot lag niedrigerer, so eine informierte Person.
Sprecher von BC Partners und Nordic Capital lehnten einen Kommentar ab, während Discovery und Providence zunächst nicht reagierten.
Der bevorstehende Verkauf wickelt die Übernahme von SBS Broadcasting aus dem Jahr 2007 fast vollständig ab. Durch den 3,3 Milliarden Euro schweren Deal ist Pro Sieben Sat.1 zur zweitgrößten Senderkette Europas nach der von Bertelsmann kontrollierten RTL Group aufgestiegen. SBS Broadcasting, das mehrheitlich auch den Pro Sieben-Eignern Permira und KKR gehörte, brachte die Aktivitäten in Benelux und Skandinavien ein. Davon bleiben jetzt nur noch kleinere Geschäfte in Osteuropa, die zurzeit aber wegen des wirtschaftlichen Umfelds als schwer verkäuflich gelten.
In Unterföhring hieß es, dass sich die erwarteten Synergien durch die Produktion von Sendungen für gleich mehrere Märkte nicht realisieren ließen, weil die Publikumsgeschmäcker zu unterschiedlich seien.
Seit einem Jahr setzt der Chef von Pro Sieben Sat.1, Thomas Ebeling, auch mehr auf Online-Aktivitäten, wie Spiele und Video-on-Demand, um Umsatz und Ertrag zu steigern.
Kontakt zum Autor: archibald.preuschat@dowjones.com







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