• The Wall Street Journal

Telekom-Dividende gerät ins Wackeln

Die Zeiten üppiger Dividenden sind möglicherweise auch bei der Deutschen Telekom bald vorbei. Für das laufende Jahr sei die versprochene Auszahlung von 70 Cent je Aktie noch sicher. Ab dem Geschäftsjahr 2013 könnte sie dann aber um bis zum einem Drittel reduziert werden, schreibt das Handelsblatt und beruft sich dabei auf den Aufsichtsrat.

Die Deutsche Telekom hatte ihren Aktionären für die Jahr 2010 bis 2012 eine Ausschüttungssumme von jährlich 3,4 Milliarden Euro zugesagt. Finanzvorstand Timotheus Höttges wollte auch für die Zeit danach einen Dreijahresplan aufstellen, in dem die Ausschüttung - Dividenden und Aktienrückkaufe - festgelegt würden. Sie könnte nun aber geringer ausfallen.

Der DAX-Konzern hätte mit der Kürzung der Dividende einen größeren finanziellen Spielraum, um in schnelle Netze und innovative Produkte zu investieren. Bei der Telekom war am Morgen zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Ganz überraschend käme eine Dividendenkürzung bei der Telekom nicht. An den Märkten wurde ein solcher Schritt immer wieder diskutiert. Dabei zeigten sich Großinvestoren durchaus aufgeschlossen für eine geringere Ausschüttung - wenn die Telekom im Gegenzug ihre Investitionen erhöhe. "Eine Anpassung der Ausschüttungspolitik zur Stärkung der Wachstumsinitiativen wäre nachvollziehbar", "Eine Anpassung der Ausschüttungspolitik zur Stärkung der Wachstumsinitiativen wäre nachvollziehbar", sagt Andreas Mark, Fondsmanager bei Union Investment, bereits im April auf Anfrage des Wall Street Journal Deutschland. Die Fondsgesellschaft ist an der Telekom beteiligt.

Telekom Austria zahlt weniger, Telefonica gar nichts

Obendrein würde die Telekom dem Trend in ihrer Branche folgen. Die Aktionäre des Wettbewerbers Telekom Austria müssen sich schon 2012 mit weniger zufrieden geben. Wegen des schärferen Wettbewerbs in Österreich sollen die Investoren für das noch laufende Jahr nur 5 Cent je Aktie erhalten - für 2011 hatten sie noch 38 Cent Dividende bekommen. France Telecom will aufgrund der negativen Aussichten die Dividende ebenfalls um rund zwei Fünftel auf 0,80 Euro senken.

Die spanische Telefonica hat die Dividendenzahlungen in diesem Jahr sogar ganz ausgesetzt und gleichzeitig auch das laufende Aktienrückkaufprogramm gestoppt. Der Konzern versicherte dabei im Sommer aber, dass die Aussetzung der Dividende eine einmalige Maßnahme sei. 2013 soll die Ausschüttung mit einer Zahlung von 0,75 Euro je Aktie wieder aufgenommen werden.

Die Deutschland-Tochter von Telefonica, die seit Dienstag an der Börse notiert ist, hat dagegen beim Buhlen um Anleger unter anderem eine üppige Ausschüttungspolitik versprochen. Für das laufende Jahr sollen 500 Millionen Euro an die Aktionäre fließen. Das entspräche einer Dividendenrendite von deutlich mehr als sieben Prozent.

Kontakt zum Autor: barbara.millner@dowjones.com und ralf.drescher@wsj.com

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