• The Wall Street Journal

UBS könnte noch mehr Stellen streichen

Der massive Personalabbau bei der UBS könnte noch heftiger ausfallen als angekündigt. Die größte Schweizer Bank könnte sogar etwa 14.000 Jobs streichen, berichtet die Wochenzeitung Bilanz und beruft sich auf einen Informanten aus der Bank. Die UBS teilte auf Anfrage mit, dass die Bank Spekulationen nicht kommentiert.

Anfang der Woche hatte die UBS mitgeteilt, 10.000 Stellen zu streichen. Die Züricher Großbank will ihr Investmentbanking zurechtstutzen und künftig über die Privatbank verstärkt Produkte und Dienstleistungen für vermögende Kunden anbieten. Ihre Risiko-Aktiva will sie bis 2017 um 100 Milliarden Franken reduzieren.

Diese Pläne sind dem Bericht zufolge aber wohl noch nicht das Ende der Fahnenstange. Die Einschnitte könnten sowohl beim Personal als auch beim Kapital größer ausfallen, zitiert die Zeitung den Informanten. So könnte die Investmentbank nach dem Umbau nur noch 20 Prozent des Eigenkapitals beanspruchen und nicht 30 Prozent wie angekündigt.

Durchgesetzt hat Chef Sergio Ermotti den Sparkurs auf Druck der Anleger und Analysten. Letztere hatten vor allem dafür plädiert, das Investmentbanking zusammenzukürzen.

Mit den Kürzungen im Investmenbanking ist die UBS nicht allein - der Abbau bei der UBS geht aber erheblich über die Pläne der Rivalen hinaus. Die Deutsche Bank hatte vor kurzem den Abbau von etwa 1.500 Stellen im Investmentbanking angekündigt. Auch der Rivale Credit Suisse spart in diesem riskanten Geschäftsfeld.

Die Nummer zwei der Schweiz steht ebenso wie die UBS unter strenger Beobachtung der Notenbank. Die Schweizer Nationalbank SNB hält die Eigenkapitalquoten der beiden Großbanken für zu niedrig. Die Institute könnten deshalb bei künftigen Turbulenzen an den Finanzmärkten in Schwierigkeiten geraten.

Aus diesem Grund hatte die Credit Suisse schon vergangene Woche weitere Sparmaßnahmen angekündigt. Zwar sieht sich die Bank bei den angepeilten 3 Milliarden Franken bis Ende 2013 fast am Ziel - bis 2015 soll aber eine weitere Milliarde hinzukommen. Bluten muss dabei die Investmentbank, die mehr als die Hälfte zum gesamten Sparprogramm beitragen muss.

Vor Bekanntgabe der Geschäftszahlen hatte die Bank laut Zeitung Bilanz auch über das künftige Geschäftsmodell debattiert. Dabei sei auch die Ausgliederung risikobehafteter Aktiva in eine Art "Bad Bank", wie sie nun die UBS vollzieht, diskutiert worden - umgesetzt wurde dies dann aber nicht.

Die Credit Suisse wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern.

Kontakt zum Autor: markus.klausen@dowjones.com

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