• The Wall Street Journal

Telekom und Telefonica vereinbaren Netzkooperation

FRANKFURT - In Erwartung einer wachsenden Datenflut geht die deutsche Tochter der spanischen Telefónica SA eine Netzkooperation mit der Deutschen Telekom AG ein. Telefónica Germany kann in Zukunft Teile der Telekom-Netzinfrastruktur nutzen, um Mobilfunkmasten an ihr eigenes Kernnetz anzubinden, wie die beiden Unternehmen gemeinsam mitteilten.

dapd

Die Telefónica-Mobilfunkmarke O2 nutzt bald auch das Netz der Telekom

Die Telekom bindet dabei in den kommenden Jahren bis zu 2.000 sogenannte Mobilfunk-Aggregationspunkte von Telefónica über ihre Glasfaserleitungen an. Das O2-Mobilfunknetz soll damit Daten schneller und mit höherer Kapazität übertragen können.

Telefónica spart sich Ausbau einer eigenen Infrastrukur

Mit dem Schritt vermeidet Telefónica einen kostenintensiven Ausbau seiner eigenen Festnetz-Infrastruktur, die angesichts zunehmender Datenmengen im Mobilfunk notwendig geworden wäre, wie ein Telefónica-Sprecher sagte. Finanzielle Details zu der Vereinbarung mit der Telekom wollte er nicht nennen.

Festnetz-Leitungen werden auch für den Transport von Mobilfunkdaten genutzt. Wegen der zunehmenden Beliebtheit von Smartphones und Tablet-PCs wird erwartet, dass das Datenvolumen in Zukunft stark anschwellen wird.

Telekom umwirbt Mitbewerber

"Die Vereinbarung mit der Telekom gibt uns die Möglichkeit, kosteneffizient, schnell und flexibel im rasant wachsenden Markt für Mobilfunkdaten zu agieren", sagt René Schuster CEO von Telefónica Germany. Neben der Telekom hatte Telefónica auch mit der britischen Vodafone verhandelt. Die Deutsche Telekom sei offen für ähnliche Kooperationen mit anderen Interessenten, so ein Telekom-Sprecher.

Viele Telekomkonzerne haben bereits mit dem Ausbau schnellerer Netze auf LTE-Basis (Long Term Evolution) begonnen, die eine wesentlich schnellere Datenübertragung auf mobile Endgeräte erlauben. Telefónica, Deutsche Telekom und Vodafone ersteigerten 2010 für insgesamt 4,1 Milliarden Euro Mobilfunkfrequenzen in Deutschland, um sich für den Aufbau solcher Netze zu rüsten.

Kontakt zum Autor: philipp.grontzki@dowjones.com

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