• The Wall Street Journal

Hannover Rück rechnet mit hohem Gewinnsprung

Bei der Hannover Rück läuft es rund. Der weltweit drittgrößte Rückversicherer hat sich nach einem sehr starken dritten Quartal eine Prognose entlocken lassen und rechnet für das Gesamtjahr mit einem Gewinnsprung von gut 30 Prozent. Bislang mussten sich die Hannoveraner aus Rücksicht auf die immer wieder verschobenen Börsenpläne des Mutterkonzerns Talanx zurückhalten. Analysten hatten mit einer niedrigeren Prognose gerechnet.

Der MDax-Konzern steigerte im abgelaufenen Quartal das Nettoergebnis um mehr als 50 Prozent und überstieg damit deutlich die Markterwartungen. Getragen wurde das sehr gute Ergebnis von einem überraschend starken Kapitalanlagergebnis und den Einnahmen aus Preissteigerungen. Aber auch der Wegfall negativer Effekte, wie etwa nicht realisierte Gewinne aus speziellen Verträgen, wirkte sich positiv aus. Nicht zuletzt gab es von Juli bis September nur wenige Naturkatastrophen, die sich als Großschäden in der Kostenbilanz niederschlugen.

dapd

Der Hauptsitz der Hannover Rück in Hannover.

Der Ausblick für die kommenden Monate kann sich sehen lassen. Auch für das vierte Quartal werden die Ansprüche aus Großschäden wohl überschaubar bleiben. Der Wirbelsturm Sandy wird nach Einschätzung von Analysten die Rückversicherer weniger stark belasten als ursprünglich erwartet. Nach Aussage der Hannover Rück ist es allerdings noch zu früh, dafür eine konkrete Prognose zu geben.

Die Hannover Rück gibt mit ihren Zahlen als erste der weltweit drei großen Rückversicherer die Richtung vor. Am Mittwoch folgt die Nummer eins der Branche, Munich Re, und am Donnerstag die Nummer zwei, Swiss Re . Die starken Zahlen der Hannoveraner zeigen, wie gut sich die Rückversicherer trotz Katastrophen und niedriger Zinsen schlagen. Die Branche ist ihrem vorsichtigen Ruf gerecht geworden und bewegt sich mit Hilfe risikoaverser Anlagen und inflationsgeschützter Investments sicher durch die Krise in Europa.

Die Anleger wird es freuen. Vorstandschef Ulrich Wallin kündigte eine Ausschüttung von 35 Prozent bis 40 Prozent des Nettogewinns an. Damit fällt die Dividende wie erwartet hoch aus.

Kontakt zum Autor: Madeleine.Nissen@dowjones.com

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