Von KIRSTEN BIENK
Die große Reiselust in der Hauptferienzeit und die neue Landebahn haben das Geschäft des Flughafenbetreibers Fraport im dritten Quartal stärker beflügelt als erwartet. Zudem profitierten die Frankfurter von höheren Gebühren am Rhein-Main-Drehkreuz. Die Gewinnprognose für 2012 bekräftigte der Konzern, beim Umsatz ist Fraport aber etwas pessimistischer.
Von Juli bis September kletterten die Einnahmen wie am Markt erwartet um mehr als 5 Prozent auf gut 700 Millionen Euro. Nach Abzug aller Ausgaben blieben knapp 152 Millionen Euro als Nettoergebnis stehen, 40 Millionen Euro mehr als ein Jahr zuvor und deutlich mehr als von Analysten erwartet.
Fraport verdient in der Haupturlaubszeit das meiste Geld und gleicht damit das schwächere Geschäft in der reiseärmeren Zeit mehr als aus.
Etwas belastend wirkte sich der Streik der Stewards und Stewardessen der Deutschen Lufthansa aus. Ihre Arbeitsniederlegungen im August und im September verhinderten in Frankfurt rund 1.200 Starts und Landungen. Das Ergebnis vor Steuern (EBITDA) fiel deswegen um einen niedrigen einstelligen Millionen-Euro-Betrag geringer aus.
Ansonsten verlief das aktuelle Jahr aber besser als das vergangene. Das liegt auch an der neuen Landebahn des Heimatflughafens Frankfurt. Fraport hatte die neue Bahn Ende Oktober 2011 in Betrieb genommen, um die Nachfrage der Airlines erfüllen zu können. Zuvor musste das Unternehmen wegen der begrenzten Kapazitäten am Heimatflughafen häufig Streckenwünsche abweisen.
Schuldenkrise belastet das Frachtgeschäft
Schlechter lief es dagegen im Frachtgeschäft. Die schwächelnde Weltwirtschaft und die Schuldenkrise in einigen europäischen Ländern haben in Frankfurt wie auch auf anderen Flughäfen den Transport von Waren reduziert. In der Rhein-Main-Metropole belastete zudem das Nachtflugverbot.
Trotzdem bekräftigte der Vorstand seinen Ausblick. Die Zahl der Passagiere soll in Frankfurt um rund 4 Prozent steigen. Trotz hoher Abschreibungen für den Ausbau des Frankfurter Flughafens plant Fraport einen Gewinn auf Vorjahresniveau. Der Umsatz soll nun wegen geringerer Investitionen nicht wie geplant 2,5 Milliarden Euro übersteigen, sondern leicht darunter liegen.
Frankfurt ist gemessen an der Zahl der Passagiere weltweit der neuntgrößte Flughafen. In Europa steht er auf Platz drei nach London und Paris.
Kontakt zum Autor: kirsten.bienk@dowjones.com







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