Von JEFF BENNETT
Der US-Autohersteller General Motors (GM) hat seinen finanziellen Spielraum kräftig erweitert und seine derzeitige Kreditlinie auf 11 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppelt. Mit der neuen Kreditlinie, die dem Autobauer von insgesamt 35 Instituten zur Verfügung gestellt wird, löst GM den 2015 auslaufenden Kreditrahmen über 5 Milliarden Dollar ab, wie der Konzern mitteilte.
Zwar haben die Detroiter mit einem Bargeldbestand von rund 33 Milliarden Dollar zum Ende des zweiten Quartals momentan keine Liquiditätssorgen. Schließlich sind nach Einschätzung von Analysten lediglich 20 Milliarden Dollar vonnöten, um die Geschäfte komfortabel am Laufen zu halten. Allerdings heißt das nicht, dass GM keine Probleme hat, die einen höheren Cash-Bestand notwendig machen können.
Zum einen sind da die Schwierigkeiten in Europa. Die Tochter Opel hat massive Probleme, die Verluste diesseits des Atlantiks türmen sich weiter auf. Hinzu kommt, dass GM die Investitionen in seine Fahrzeuge erhöht. Außerdem will das Unternehmen möglicherweise eigene Aktien zurückkaufen, die derzeit vom US-Finanzministeriums gehalten werden.
Schließlich sollen die amerikanischen Pensionsverpflichtungen reduziert werden. Diese sind derzeit um 10 Milliarden Dollar unterfinanziert. Sie sind einer der größten Kritikpunkte von Investoren und Ratingagenturen.
Bislang hat GM die existierende Kreditlinie nicht angerührt, und ein solches Vorhaben auch nicht signalisiert. Eine nicht gezogene Kreditlinie wird zur Liquidität eines Unternehmens hinzugerechnet. Das könnte GM ermöglichen, mehr Geld auszugeben, ohne den Zorn der Ratingagenturen und Investoren auf sich zu ziehen.
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