Von ARIK HESSELDAHL
Apples jüngstes Tablet, der iPad mini, ist am Freitag in die Läden gekommen. Einige, die weltweit in den Schlangen standen, kauften es, um es zu Hause runter zuwerfen und in Wasser zu tauchen. Eine Handvoll Analysten vom Forschungsinstitut HIS konnte es kaum abwarten, das kleine süße Ding auseinanderzubauen.
Früher bekannt unter dem Namen iSuppli erstellt HIS regelmäßig so genannte „Teardown"-Studien zu den Einzelteilen im Innenleben der Hightech-Geräte von Apple und anderen. Jetzt ist der neueste Bericht zum iPad mini da. Das Ergebnis: Das Basismodell, also das reine WLAN-Gerät mit 16 Gigabyte Speicher, das für 329 Euro über den Ladentisch geht, kostet Apple in der Produktion mindestens 188 US-Dollar (147 Euro).
Bei den Geräten mit größerem Speicher – zur Wahl stehen noch 32 Gigabyte und 64 Gigabyte – sind die Kosten nur wenig höher, der Gewinn dafür umso mehr. An der 32-Gigabyte-Version verdient der Technikgigant in den USA 90 Dollar mehr, bei der 64-Gigabyte-Version sogar 162 Dollar mehr. In Europa sind die Gewinnmargen noch höher, weil die Tablets hier deutlich verkauft werden.
Jenseits der Materialkosten – im Industriesprech BOM, Bill of Materials, genannt – enthüllt der Bericht auch, wer die wichtigsten Zulieferer des jüngsten Produkts der iPad-Familie sind. Die auffälligste Komponente ist der 7,9-Zoll große, berührungsempfindliche Bildschirm, der von LG Display und AU Optronics kommt. Die hier verbauten Teile kosten rund 80 Dollar, rund 43 Prozent der gesamten Materialkosten.
Neue Display-Technologie des iPad mini macht Probleme
Der Bildschirm nutzt eine neue Technologie namens GF2, mit der das Display dünner sein kann als bei früheren Generationen. Andrew Rassweiler, ein IHS-Analyst und Leiter des Teardown-Teams, weist darauf hin, dass die neue Technologie bei der Produktion noch Probleme mache, was die Kosten für den Bildschirm nach oben treibe. Wenn die Kinderkrankheiten im Produktionsprozess behoben seien, würden die Kosten dafür sinken.
Der A5-Prozessor, das Computerherz des iPad mini, kommt weiterhin von Samsung. Die langjährige Produktionsbeziehung, die bis weit vor die jüngsten erbitterten Patentstreitigkeiten unter den beiden Konzernen zurückreicht, gilt also noch immer.
Allerdings, wo immer Apple die Wahl hat, Bauteile von einem anderen Zulieferer als Samsung zu bekommen, scheint es diese Chance zu nutzen. Die Speicherchips und die Bildschirme, die in früheren Generationen von iOS zumindest teilweise von Samsung gekauft wurden, scheinen jetzt von anderen zu kommen. Gleiches gilt wohl auch für das iPhone 5, das im September auf den Markt kam.
Das iPad mini, das von IHS untersucht wurde, enthielt Flash-Speicherchips von Hynix Semiconductor, einem weiteren Chiphersteller aus Südkorea, und von der japanischen Elpida den Arbeitsspeicher. Die Speicherbausteine insgesamt kosten Apple laut HIS pro Gerät 15,50 Dollar.
Andere Bauteile kenne man aus früheren Geräten, sagt Rassweiler. So liefere Cirrus Logic den Audio-Chip und STMicroelectronics den Beschleunigungsmesser, der die Bewegungen des iPad registriert, damit dieses den Bildschirm entsprechend ausrichtet. Wie bisher sind die Lieferanten der Kamera praktisch nicht zu bestimmen. Von Broadcom kommen einige Mobil-Chips, die in einem kombinierten Mobil-Modul von Murata verbaut wurden.
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