• The Wall Street Journal

UBS plant Kahlschlag im Investmentbanking

Die UBS steht offenbar vor einem radikalen Einschnitt in ihr Investmentbanking. Nach übereinstimmenden Berichten der Financial Times und der Nachrichtenagentur Bloomberg wird die Schweizer Großbank am Dienstag bei Vorlage ihrer Quartalszahlung den Abbau von konzernweit bis zu 10.000 Stellen ankündigen.

Reuters

UBS-Angestellte in Zürich. Die Schweizer Großbank will das Investmentbanking radikal schrumpfen.

Nach Informationen der Financial Times will die UBS ihr Investmentbanking aufspalten. Große Teile des Anleihehandels sollten in eine neue Einheit eingebracht werden, die von Carsten Kengeter, aktuell Co-Chef des Investmet-Banking, geleitet und langfristig heruntergeschraubt werden soll. Das geschrumpfte Investmentbanking der größten Schweizer Bank würde dann noch den Handel mit Aktien und Währungen sowie das Beratungsgeschäft umfassen.

Bis zu 10.000 Stellen fallen weg

Die UBS hatte Bereits im vergangenen Jahr erklärt, 3.500 Stellen streichen zu wollen. Diese sind den Berichten zufolge in den neuen Sparplänen aber nicht eingerechnet. Die bis zu 10.000 weiteren Stellen - betroffen ist vor allem der Handel - sollen nicht auf einmal, sondern über mehrere Quartale hinweg wegfallen.

Mit dem Umbau der Sparte ist ein Abbau von Risiko-Aktiva verbunden, mit dem die UBS ihre Kapitalstruktur zu verbessern sucht. Die Bank steht ebenso wie der Rivale Credit Suisse unter strenger Beobachtung der Notenbank. Die Schweizer Nationalbank SNB hält die Eigenkapitalquoten der Großbanken für zu niedrig, um künftige Turbulenzen an den Finanzmärkten zu meistern.

Auch die Credit Suisse spart beim Investmentbanking

Anders als die Credit Suisse plant die UBS bisher keine zusätzlichen Kapitalmaßnahmen, um den Bedenken der Notenbank zu begegnen. Die zweitgrößte Schweizer Bank hatte vor wenigen Monaten angekündigt, das Eigenkapital mit einer Reihe von Maßnahmen um rund 15,3 Milliarden Franken zu stärken. Bei Vorlage ihrer Quartalszahlen am vergangenen Donnerstag erklärte die Bank, dass sie den Löwenanteil des Programms bewältigt habe. Trotzdem steht auch bei der Credit Suisse ein weiterer Stellenabbau im Raum.

Ursprünglich wollte die Credit Suisse bis Ende kommenden Jahres drei Milliarden Franken einsparen. Nachdem sie diese bereits fast erreicht hat, soll nun bis 2015 eine weitere Milliarde hinzukommen. Bluten muss auch dort die Investmentbank, die mehr als die Hälfte zum gesamten Sparprogramm beitragen muss.

Kontakt zum Autor: ralf.drescher@wsj.com

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