• The Wall Street Journal

Citgroup feuert Analyst wegen Facebook-Börsengang

Getty Images

Facebook ging am 18. Mai an die Börse.

Der Börsengang von Facebook ruft nicht nur unangenehme Erinnerungen bei Investoren hervor, die viel Geld mit den gekauften Aktien verloren haben. Auch die Großbank Citigroup dürfte die Vorbereitungsphase für dieses Mega-Event an den Kapitalmärkte sicher gerne vergessen. Im Vorfeld des IPO waren nicht-öffentliche Informationen über einen Analysten nach außen gedrungen. Dafür verhängte der Börsenregulierer im US-Bundesstaat Massachusetts nun eine 2 Millionen US-Dollar schwere Strafe gegen die Citigroup.

Der Vorwurf des Regulierers lautete, die Bank habe ihren Technologieanalysten Mark Mahaney und einen nicht näher genannten Junioranalysten nur unzureichend gut überwacht. Deshalb hätten geheime Informationen an die Öffentlichkeit kommen können. Auch interne Umsatzschätzungen für den Umsatz des Videoportals Youtube gelangten so nach außen.

Ein Informant berichtete, Mahaney sei wegen der gegen die Citigroup verhängten Strafe am Freitag vor die Tür gesetzt worden. Der Junioranalyst muss sich laut der Finanzaufsicht schon seit Ende September um einen neuen Job bemühen.

Citigroup war mit ihrer Investmentbankingsparte einer der zahlreichen Konsortialführer des Facebook-Börsengangs. Die Bank gab laut einer Mitteilung der Finanzaufsicht von Massachusetts das Informations-Leck zu und versprach, künftig derartige Praktiken zu unterbinden. Der Analyst Mahaney wurde namentlich bei der Aufzählung der Vorwürfe des Regulierers nicht erwähnt. Es ist aber klar, um wen es sich handelt, weil in der Mitteilung des Regulierers von einem hochrangigen Analysten die Rede war, der für „vier Jahre von einem Investorenmagazin als der beste aller Internetanalysten geführt wurde".

Video auf WSJ.com

Mark Mahaney, a top-ranked Citi Internet analyst, was fired on Friday morning because he tried to cover up the lack of Citi approval for an interview with a French magazine about YouTube, according to a person familiar with the matter. Matthias Rieker has details on digits.

Ein Mitarbeiter der Finanzaufsicht, William Galvin, sagte, der Junioranalyst habe die nicht-öffentlichen Einschätzungen des Senioranalysten hinsichtlich der Risiken bei einem Investment in Facebook-Aktien nach außen getragen. Auch seine Umsatzprognosen fanden ihren Weg zu Mitarbeitern der Internetplattform Techcrunch.com. Er habe am 2. Mai eine entsprechende E-Mail an zwei Mitarbeiter bei Techcrunch gesendet und um ein Feedback gebeten. Zudem habe der Senioranalyst seine Umsatzschätzungen für Youtube in einem französischen Magazin öffentlich gemacht. Die entsprechenden Emails wurden von der Finanzaufsicht von Massachusetts ermittelt.

„Diese Strafe sollte der ganzen Bankenbranche als Warnung dienen", sagte Galvin laut einer Presseerklärung. Eine Sprecherin der Citigroup zeigte sich erfreut, mit der Strafe nun die Vorwürfe aus der Welt räumen zu können. Das Geldhaus nehme die eigenen Vorschriften und Richtlinien ernst und werde Sorge dafür tragen, dass so etwas nicht wieder passieren könne.

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