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Russland unterstützt Plan für Waffenstillstand in Syrien

Russland unterstützt einen Plan für einen zeitweisen Waffenstillstand in Syrien. Unterdessen bombardiert das Militär die Rebellenhochburg Homs in der dritten Woche. Am Mittwoch starben wieder dutzende Menschen, darunter auch zwei westliche Journalisten. Vor diesem Hintergrund wächst der Druck auf die Weltgemeinschaft, eine humanitäre Katastrophe zu verhindern.

Associated Press/Ivor Prickett Sunday Times

Die Journalistin Marie Colvin, hier auf dem Tahrir-Platz in Kairo, kam am Mittwoch in Homs ums Leben.

Auch die USA stellten sich hinter den Vorschlag des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, das in Verhandlungen mit der syrischen Regierung und der Opposition steht. Der Plan sieht vor, jeden Tag zwei Stunden lang die Waffen ruhen zu lassen, um die Lieferung von Hilfsgütern in die Krisenherde des Landes zu ermöglichen. „Wir unterstützen den Aufruf für einen Waffenstillstand, damit dringend benötigte Hilfsgüter an die Syrer geliefert werden können", sagte Jay Carney, Pressesprecher des Weißen Hauses.

Diese übereinstimmenden Aufrufe von den unterschiedlichsten Seiten des Konfliktspektrums machen deutlich, wie groß die Sorge über die wachsende Gewalt in Syrien ist, besonders über die weiter anhaltende Belagerung von Homs. Zu den mindestens 40 am Mittwoch getöteten Menschen gehörten auch Marie Colvin, Korrespondentin der britischen Sunday Times, und der französische Fotograf Rémi Ochlik.

Agence France-Presse/Getty Images

Ebenfalls in Homs starb Rémi Ochlik.

Diese Todesfälle erhöhen weiter den Druck auf die neue Syrien-Kontaktgruppe, die sich am Freitag zum ersten Mal treffen und über einen internationalen Konsens zum Ende der Gewalt verhandeln wird.

Bisher sind solche Bemühungen an der Blockadehaltung von Russland und China im UN-Sicherheitsrat gescheitert. Auch eine Beobachtermission der Arabischen Liga blieb ohne Erfolg. In Homs, der Keimzelle des Widerstands gegen Präsident Bashar al-Assad, herrscht sein Wochen ein ungleicher Kampf zwischen leicht bewaffneten Milizionären und Deserteuren auf der einen und der schweren Artillerie des Militärs auf der anderen Seite. „Die syrische Armee beschießt eine Stadt voller frierender, hungernder Zivilisten", berichtete Marie Colvin wenige Stunden vor ihrem Tod einem Fernsehsender.

Nach Angaben syrischer Aktivisten wurden bei dem Angriff auf Colvin mindestens sieben Syrer und zwei weitere Journalisten verletzt.

Der französische Außenminister Alain Juppé berief den syrischen Botschafter in Paris ein und verlangte, Hilfsorganisationen freies Geleit zu geben. „Frankreich und seine arabischen und westlichen Partner werden nicht aufgeben, dieser unsäglichen Gewalt ein Ende zu bereiten", erklärte der französische Premierminister Francois Fillon.

Die syrische Regierung gab an, keine Informationen über das Schicksal der Journalisten zu haben. Man habe die Behörden in Homs gebeten, nach ihnen zu suchen.

Dass Russland, einer der engsten Verbündeten Assads, den Plan des Roten Kreuzes unterstützt, könnte den Druck auf das Regime erhöhen, Hilfslieferungen zu erlauben. Alexander Lukaschewitsch, Sprecher des Moskauer Außenministeriums, sagte am Mittwoch, sein Land sei „sehr besorgt" über das Leid der Zivilbevölkerung von Homs. Man nutze die Kontakte zur Regierung Assad und zur Opposition, um einen Waffenstillstand zu ermöglichen.

Der Syrische Nationalrat, die größte Oppositionsgruppe, bevorzugt jedoch eine andere Lösung. Frankreich hatte die Einrichtung von „humanitären Korridoren" entlang der syrischen Grenzen vorgeschlagen. Russland lehnt das als undurchführbar und ineffektiv ab.

Nach Angaben der syrischen Aktivisten waren Colvin und Ochlik zum Zeitpunkt ihres Todes im Haus eines Widerstandskämpfers, dass auch als Medienzentrum für ausländische Journalisten genutzt wurde. Colvins Mutter Rosemarie sagte, sie habe mit ihrer Tochter am Tag zuvor über eine Abreise aus Syrien gesprochen. Marie habe sich aber dazu entschieden, zu bleiben, da sie „an einer Story arbeitete, die ihr wichtig war".

—William Horobin, Alex Delmar-Morgan, Eric Chalmet, Paul Sonne und James Campbell haben zu diesem Artikel beigetragen.

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