Von MATTHEW LYNLEY, JESSICA E. LESSIN, IAN SHERR und JÖRGEN CAMRATH
Apple hat am Dienstag eine kleinere Version seines beliebten Tablets-PC namens iPad mini vorgestellt. Der Marktführer aus Cupertino reagiert damit auf Rivalen wie Google und Amazon, die schon länger ähnliche Geräte im Angebot haben. Für Apple geht es vor allem darum, seine überragende Stellung auf dem Tabletmarkt zu verteidigen
Der Trend zu kleineren Geräten hatte Apple in die Defensive gebracht und zur Entwicklung des iPad mini gezwungen. Einige Anleger hatten sogar befürchtet, dass das Unternehmen seinen Ruf als Trendsetter verliert. „Die größte Sorge ist, dass Apple an der Innovationsfront nicht mehr Schritt halten kann", hatte Will Power, Analyst bei Robert W. Baird, gesagt. „Das ist das Geheimrezept von Apple. Wenn sie das nicht behalten, gibt das Probleme."
Die kleinere iPad-Variante tritt damit in direkte Konkurrenz zum Kindle Fire von Amazon und dem Nexus 7 von Google, die bereits auf dem Markt sind. Diese und andere 7 Zoll große Geräte von Samsung Electronics werden in diesem Jahr etwa ein Fünftel des Tablet-Marktes ausmachen, schätzt Piper Jaffray.
Das iPad mini verfügt über einen 7,9 Zoll großen Bildschirm mit einer Auflösung von 1.024 mal 768 Pixeln. Verbaut wurde ein A5-Chip, der bereits im iPhone 4S zum Einsatz kommt. Preislich liegt das Gerät über vergleichbaren Produkten der Konkurrenz von Amazon und Google. Für 16 Gigabyte Speicher und Wifi-Anbindung müssen 329 Euro bezahlt werden. Für 32 Gigabyte werden 429 Euro fällig, die größte Variante mit 64 Gigabyte liegt bei 529 Euro. Wer zusätzlich noch Mobilfunkunterstützung möchte, muss tiefer in die Tasche greifen. Hier beginnen die Preise bei 459 Euro und enden bei 659 Euro.
Neben dem iPad mini hat Apple überraschenderweise auch den großen Bruder überarbeitet. Das neue iPad verfügt nun über einen schnelleren A6X-Chip und erweiterte LTE-Unterstützung. Außerdem wurde die Kamera verbessert und der Lightning-Connector, der schon beim iPhone 5 zum Einsatz kommt, hat jetzt auch beim neuen iPad einen Platz bekommen. Die Auflösung des Displays liegt weiterhin bei 2.048 mal 1.536 Pixeln und damit deutlich über der Auflösung des neuen iPad mini. Die Auflösung des iPad mini ist genauso hoch wie beim iPad 2. Weil jedoch der Bildschirm insgesamt kleiner ist, ist die Pixeldichte deutlich höher. Der Bildschirm ist also schärfer.
Video auf WSJ.com
Die kleine Version des iPads ist nur 7,2 Millimeter dünn, wiegt um die 300 Gramm und ist damit 53 Prozent leichter als die vierte Generation des normalen iPad. Wie beim aktuellen iPad hat auch das mini eine 5-Megapixel-Kamera auf der Rückseite.
Vorbestellungen können ab Freitag, 26. Oktober, aufgegeben werden. Die Wifi-Version wird ab dem 2. November verschickt. Wer auch Mobilfunkunterstützung braucht, muss sich noch etwas gedulden. Zwei Wochen länger, um genau zu sein. Wie bisher werden sowohl das iPad 4 als auch das iPad mini in zwei Farben verkauft, in weiß und schwarz.
Apples Anteil am weltweiten Tabletmarkt stieg im zweiten Quartal von 63 auf 68 Prozent, so das Marktforschungsunternehmen IDC. Konkurrent Amazon mit seinen Kindle-Geräten liegt bei 5 Prozent.
Los ging es am Dienstag jedoch zunächst mit einem neuen MacBook Pro. Apple-Marketing-Chef Phil Schiller erklärte, das MacBook Pro mit 13-Zoll-Bildschirm sei noch immer der am meisten verkaufte Laptop des Unternehmens. Aus diesem Grund habe man nun auch dieses Gerät überarbeitet. Das 13-Zoll große MacBook Pro ist 20 Prozent dünner als der Vorgänger und wiegt fast ein halbes Kilo weniger. Ein optisches Laufwerk ist wie beim großen Bruder nicht mehr verbaut. Dafür verfügt das kleine MacBook Pro jetzt auch über ein Retina-Display. Die Auflösung ist 4-mal so hoch wie beim Vorgänger, sie liegt bei 2.560 mal 1.600 Pixeln. Preislich geht es bei 1.749 Euro los, Verkaufsstart an diesem Dienstag. Anschließend widmete sich Schiller dem Mac mini. Wirklich große Neuigkeiten gab es jedoch nicht.
Interessanter wurde es dann jedoch beim neuen iMac. An den Kanten nur noch 5 Millimeter dünn, ist der neue iMac auch deutlich leichter als sein Vorgänger. Erstmals stellte Apple in diesem Zusammenhang eine neue Lösung namens „FusionDrive" vor. Die ist sowohl für Mac mini als auch für den iMac erhältlich und vereint herkömmliche Festplatten mit Flash-Drives. Die Idee dahinter: Indem das System entscheidet, welche Daten wo landen, soll theoretisch alles schneller und flüssiger laufen. Die Preise: Die 21,5 Zoll-Version des neuen iMac beginnt bei 1.349 Euro, Verkaufsstart ist im November. Die 27 Zoll-Version beginnt bei 1.879 Euro, Verkaufsstart hier: Dezember.
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