Von TAKASHI NAKAMICHI und TATSUO ITO
Der Außenhandel Japans leidet immer stärker unter den angespannten Beziehungen zu China. Nach Mitteilung des Finanzministeriums in Tokio war das Handelsbilanzdefizit im September höher als erwartet, wobei die Exporte unerwartet deutlich fielen, besonders die nach China. Das Handelsbilanzdefizit betrug 558,6 Milliarden Yen, während Volkswirte ein Minus von 547,9 Milliarden prognostiziert hatten. Die Exporte lagen um 10,3 Prozent unter Vorjahresniveau. Erwartet worden war ein Rückgang um 10,0 Prozent.
Die Ausfuhren nach China gingen auf Jahressicht sogar um 14,1 Prozent zurück, darunter die Pkw-Exporte um 44,5 Prozent. Im Zusammenhang mit dem Streit um eine Inselgruppe waren in China Autohäuser japanischer Hersteller verwüstet worden. Weil ihr Absatz um ein Drittel einbrach, drosselten Honda, Nissan und Toyota ihre Produktion.
Der Kosmetikhersteller Shiseido schloss mehrere Hundert seiner insgesamt 5.000 Geschäfte in China. Betroffen waren auch die Hersteller von Vorleistungsgütern wie Maschinenteilen. Die allgemeinen Maschinenexporte fielen um 29,1 Prozent. Yoshimasa Maruyama, Analyst bei Itochu, erklärte das damit, dass japanische Unternehmen die Lieferungen an ihre chinesischen Außenstellen zurückgefahren hätten.
"Die sich verschlechternden Beziehungen zu China könnten zu einer starken Belastung für Japans Wirtschaft werden", sagte Ryutaro Kono, Ökonom bei BNP Paribas. Sollte dieses Problem 2013 fortbestehen, wäre eine Rezession unausweichlich, fügte er hinzu.
Die Bank of Japan sieht die Wachstumsaussichten ebenfalls skeptisch. In ihrem Quartalsbericht zur Wirtschaftslage des Landes senkte die Zentralbank die konjunkturelle Lagebeurteilung für acht der neun Regionen. Dort habe sich der Konjunkturaufschwung abgeschwächt oder sei sogar zum Stillstand gekommen, heißt es in dem Bericht.
Einige Gebiete Japans, die von dem schweren Erdbeben und einem anschließenden Tsunami zerstört worden waren, werden derzeit aufgebaut, was die Konjunktur stützt. Zugleich ist das Land wegen der Abschaltung von Atomkraftwerken verstärkt auf Öleinfuhren angewiesen, was die Handelsbilanz dauerhaft belastet.
—Mitarbeit: Hans BentzienKontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de






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