• The Wall Street Journal

Warum Apple-Nutzer teurer Urlaub machen

Im Netz sind nicht alle Kunden gleich. Erst recht nicht, wenn es ums Einkaufen geht. Schaut der Verkäufer beim direkten Kundenkontakt im Ladengeschäft auf Äußerlichkeiten - wie Kleidung, Schmuck und Aussehen, so ist es im Internet das Surfverhalten: Wer etwas über Interessen und Kaufkraft weiß, kommt leichter ans Portemonnaie der Kunden. Wie weit die Erforschung des Surfverhaltens inzwischen geht, zeigt ein amerikanisches Reisebuchungsportal. Dort ist sogar das Computerbetriebssystem des Kunden ausschlaggebend dafür, ob ihm teure oder günstige Hotelzimmer zur Buchung angeboten werden.

Das US-Reiseportal Orbitz achtet beispielsweise darauf, welchen Computer der mögliche Käufer verwendet. Ist es ein Apple -Computer, bietet die Webseite den Besuchern luxuriösere Hotels und Autos an. Nutzt der Besucher hingegen einen PC, sind die Angebote durchschnittlich um einiges günstiger. Mit der Unterscheidung reagiert das Reiseportal auf Erkenntnisse aus Untersuchungen, denen zufolge Apple-Nutzer rund ein Drittel mehr für eine Hotelübernachtung ausgeben als die Nutzer von PCs.

Damit verhält sich das Onlineportal nicht anders als die Besitzer von Kleider- oder Schmuckläden auf der Münchner Maximilianstraße oder dem Hamburger Jungfernstieg. Nur stehen den herkömmlichen Läden andere Informationen zur Verfügung. Können Verkäufer bei Dolce & Gabbana und Versace vom Äußeren der potentiellen Kunden auf ihren Geldbeutel schließen, müssen sich die Online-Verkäufer auf sogenannte Trackingdaten verlassen. Sie sagen dem Webseiten-Betreiber, welche Seiten der Nutzer zuvor besucht hat, welche Produkte er gekauft hat und welchen Computer er benutzt.

Verwendet er einen Apple-Computer, darf sich der Webseitenbetreiber freuen. Denn erwachsene Besitzer eines Macs, iPads oder iPhones verdienen dem Marktforschungsunternehmen Forrester zufolge durchschnittlich 100.000 US-Dollar und damit rund ein Viertel mehr als die Nutzer von PCs. Ein Apple-Produkt ist im Internet darum so etwas wie der Porsche der herkömmlichen Welt. Er lässt die Dollarzeichen in den Augen der Ladenbesitzer aufblitzen.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Panorama

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 22. Mai

    In Serbien steht ein Haus mitten in einem Fluss, im Senegal hangelt sich ein Mann am Bungeeseil in einen tiefen Brunnenschacht und in den USA hebt ein Schweizer mit einem Solarflugzeug ab. Das und mehr sehen Sie in unseren Fotos des Tages.

  • [image]

    Tornados hinterlassen einen Pfad der Zerstörung

    Mit enormer Wucht haben Tornados in der Nacht zu Dienstag Städte und Dörfer im US-Bundesstaat Oklahoma getroffen, darunter auch eine Grundschule. Jetzt beginnen die Aufräumarbeiten. Dabei wird das enorme Ausmaß der Naturkatastrophe deutlich.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 21. Mai

    In Sri Lanka fertigt ein Schneider eine kunterbunte Buddha-Fahne, in China hat sich wieder ein riesiger Straßenkrater aufgetan und beim Radrennen Giro d'Italia kämpften sich die Teilnehmer durch die Alpen. Das und mehr sehen Sie in unseren Fotos des Tages.

  • [image]

    Im Luxusreich der Teenager

    Damit sich ihre Kinder gern zu Hause aufhalten, lassen wohlhabende Eltern für sie luxuriöse Wohnbereiche mit Karaokeanlagen, Billardtischen und riesigen Computern gestalten. Einige treiben es dabei auf die Spitze.

  • [image]

    Die Krise erreicht die Stierkampf-Arena

    Die Jahrhunderte alte spanische Stierkampf-Tradition steht vor dem Aus. Regionaler Nationalismus und Tierschützer setzen ihr schon seit Jahren zu. Die Rezession droht dem blutigen Spektakel aber den Gnadenstoß zu versetzen.

  • [image]

    Otto – ein deutsches Einkaufsimperium

    Die Otto Gruppe besteht nicht nur aus dem gleichnamigen Versand. Gegründet 1946, ist Otto heute in mehr als 20 Ländern aktiv - mit 123 Konzerngesellschaften wie SportScheck, Manufactum, Mirapodo oder Hermes. Überrascht? Wir zeigen, was noch alles zum Imperium gehört.

Erwähnte Unternehmen