• The Wall Street Journal

Für Nike läuft es weiter rund

BEAVERTON (Dow Jones)--Der US-Sportartikelhersteller Nike hat ein gutes Weihnachtsquartal hinter sich. Und auch in der nächsten Zeit dürfte es dank eines gut gefüllten Auftragsbuches weiter aufwärts gehen. Die künftigen weltweiten Bestellungen von Sportschuhen und -bekleidung stiegen für die Monate März bis Juli um 15 Prozent auf rund 9,4 Milliarden US-Dollar.

Im dritten Geschäftsquartal lief es für das Unternehmen aus Beaverton im US-Bundesstaat Oregon besonders gut in China und in den Schwellenländern. Aber auch im Heimatmarkt verbuchte Nike ein prozentual zweistelliges Umsatzplus.

Insgesamt stieg der Umsatz in den drei Monaten per Ende Februar um 15 Prozent auf 5,8 Milliarden US-Dollar und damit etwas stärker als von Marktteilnehmern erwartet. Die Rentabilität ging allerdings leicht zurück, höhere Preise konnten die gestiegenen Rohstoffkosten nicht vollständig auffangen, teilte der adidas-Wettbewerber nach der Schlussglocke an Wall Street mit.

Die vielbeachtete Bruttomarge sank das fünfte Quartal in Folge. Sie ging um zwei Prozentpunkte auf 43,8 Prozent zurück, lag damit aber über der Marge des Vorquartals. Dem Unternehmen aus dem Bundesstaat Oregon machten vor allem die steigenden Rohstoff- und Lohnkosten zu schaffen.

Im laufenden Quartal dürfte sich die Bruttomarge verbessern, stellte Nike in Aussicht. Die Zuversicht begründet sie mit einer Verbesserung der Rentabilität und nachlassendem Kostendruck. Zudem nachlassen und der Margenerosion Einhalt gebieten dürfte.

Zwar hatten die Kunden wegen der wirtschaftlichen Unsicherheit den Gürtel zuletzt enger geschnallt. Neue Produktlinien wie Nike Free und das Nike+ Armband, das alle Aktivitäten seines Trägers vermessen und Trainingsfortschritte festhalten soll, machten Nike bei den Hobbysportlern aber weiterhin attraktiv. Der Konzern profitiert zudem von seiner umfassenden Produktpalette sowie von einer regional breiten Aufstellung.

Das Nettoergebnis stieg im dritten Quartal um 7 Prozent auf 560 Millionen Dollar. Das Ergebnis je Aktie erreichte 1,20 Dollar und übertraf damit die Erwartung der Analysten um 0,03 Dollar.

Anleger quittieren die Geschäftszahlen von Nike mit steigenden Kursen: Im nachbörslichen Handel an der Technologiebörse Nasdaq kletterte die Aktie um 1,4 Prozent auf 112,26 Dollar.

Für das laufende vierte Geschäftsquartal erwartet Nike erneut ein zweistelliges Umsatzwachstum, allerdings im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Analysten prognostizieren hier ein Plus von 14 Prozent.

Die Aussichten für Nike sehen nicht zuletzt wegen der bevorstehenden sportlichen Großereignisse gut aus. Dies spiegeln auch die künftigen weltweiten Bestellungen wider, ein Indikator für zukünftiges Wachstum. Sie kletterten um 15 Prozent. Bereinigt um Wechselkursschwankungen liegen die Bestellungen 18 Prozent über Vorjahr.

Adidas, hinter dem Branchenführer Nike zweitgrößter Hersteller von Sportartikeln, hatte jüngst trotz des bevorstehenden Supersportjahres einen konservativen Ausblick abgegeben.

Zuviel Zuversicht mag aber auch Nike nicht versprühen. In den kommenden Quartalen sehe der Konzern "anhaltende Herausforderungen durch die Weltwirtschaft"- ausgelöst durch politische Unsicherheit, Arbeitslosigkeit, Verschuldung und Wechselkursschwankungen, erläuterte CEO und Präsident Mark Parker. Laut Markenchef Charlie Denson sind vor allem in Europa die wirtschaftlichen Herausforderungen "erheblich". Dennoch sei Westeuropa ein Wachstumsmarkt, und die Sportereignisse des Sommers dürfen der Region einen Schub verleihen. Im dritten Quartal schaffte Nike in Westeuropa nur ein mageres Umsatzplus von 4 Prozent.

Im Juni findet zunächst die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine statt. Mit seiner Kernmarke Nike sponsert das Unternehmen fünf der 16 teilnehmenden Nationalmannschaften, darunter den Co-Gastgeber Polen und den amtierenden Vizeweltmeister Niederlande. Die Tochtermarke Umbro prangt auf den Trikots der Engländer, Iren und Schweden. Im Juli und August trifft sich die Sportwelt dann zu den Olympischen Spielen in London.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Haus der Woche

  • [image]

    Diese Villa ist die teuerste Immobilie der USA

    20 Hektar Fläche, dazu ein kilometerlanger eigener Strand und zwei Inseln obendrauf: Dieses opulente Anwesen in Connecticut ist die derzeit teuerste Immobilie in den USA, die zum Verkauf steht. Und das hat seine Gründe.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 22. Mai

    In Serbien steht ein Haus mitten in einem Fluss, im Senegal hangelt sich ein Mann am Bungeeseil in einen tiefen Brunnenschacht und in den USA hebt ein Schweizer mit einem Solarflugzeug ab. Das und mehr sehen Sie in unseren Fotos des Tages.

  • [image]

    Tornados hinterlassen einen Pfad der Zerstörung

    Mit enormer Wucht haben Tornados in der Nacht zu Dienstag Städte und Dörfer im US-Bundesstaat Oklahoma getroffen, darunter auch eine Grundschule. Jetzt beginnen die Aufräumarbeiten. Dabei wird das enorme Ausmaß der Naturkatastrophe deutlich.

  • [image]

    Im Luxusreich der Teenager

    Damit sich ihre Kinder gern zu Hause aufhalten, lassen wohlhabende Eltern für sie luxuriöse Wohnbereiche mit Karaokeanlagen, Billardtischen und riesigen Computern gestalten. Einige treiben es dabei auf die Spitze.

  • [image]

    Die Krise erreicht die Stierkampf-Arena

    Die Jahrhunderte alte spanische Stierkampf-Tradition steht vor dem Aus. Regionaler Nationalismus und Tierschützer setzen ihr schon seit Jahren zu. Die Rezession droht dem blutigen Spektakel aber den Gnadenstoß zu versetzen.