Von ANTON TROIANOVSKI und DON CLARK
Nokias neues Premium-Smartphone kostet 200 Dollar weniger als die günstigste Variante des iPhone 4S von Apple . Dabei zahlt Nokia unter dem Strich sogar mehr für die einzelnen Komponenten des Telefons, wie eine Analyse ergab. Das Ergebnis unterstreicht, vor welcher Herkules-Aufgabe die Finnen stehen, wenn sie im ruinösen Wettbewerb auf dem Mobilfunkmarkt bestehen wollen.
Im Nokia Lumia 900, das in den USA - ohne Mobilfunkvertrag - für 450 Dollar angeboten wird, sind Einzelteile im Wert von 209 Dollar verbaut, zeigt eine Untersuchung der Researchfirma HIS iSuppli. Das vergleichbare 16-Gigabyte iPhone 4S enthält demnach Komponenten für 190 Dollar. Im Handel kostet das Apple-Produkt jedoch 649 Dollar.
Die Ergebnisse zeigen, dass Apple mit seinen iPhone-Verkäufen fast doppelt so viel verdient wie Nokia mit dem Lumia, wenn man Kosten für Herstellung, Marketing und Vertrieb außen vor lässt. Nokia lehnte einen Kommentar zu der Analyse von HIS ab, Apple reagierte auf eine Anfrage nicht.
Der Unterschied bei den Kosten ist auf das größere Display des Lumia und seinen überlegenen Mobilfunk-Chips zurückzuführen - das Nokia-Smartphone läuft in Netzen der vierten Mobilfunkgeneration LTE, was das iPhone nicht kann. Die Differenz spiegelt aber auch Apples Herrschaft über die elektronische Lieferkette wider und die Fähigkeit des Konzerns, von Zulieferern günstige Preise zu erzwingen.
Für Nokia könnten die geringen Margen ein (weiteres) großes Problem bedeuten. Die Finnen wollen mit ihren Smartphones, die auf dem Windows -Betriebssystem beruhen, verlorene Marktanteile zurückgewinnen - sowohl von Apple, als auch von den Herstellern, deren Telefone Googles Android-Software nutzen. Ein Teil der Strategie, mit der Nokia-Chef Stephen Elop das erreichen will, sind niedrigere Verkaufspreise. Angesichts der hohen Komponentenkosten dürfte es aber schwer werden, dieses Ziel zu erreichen.
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