Von NEAL MANN
Olympischer Aufruhr auf Twitter: Guy Adams, der Bürochef des Independent in Los Angeles, berichtet, sein Twitter-Account sei gesperrt worden, weil er die Regelungen zum Schutz der Privatsphäre gebrochen haben soll. Adams hatte eine Email des Chefs von NBC Olympic auf Twitter veröffentlicht und andere Leute dazu aufgefordert, ihre Beschwerden zu mailen.
Adams veröffentlichte die Email-Adresse von NBCs Olympiachef Gary Zenkel, nachdem NBC entschieden hatte, die Eröffnungsfeier in London nicht live zu übertragen. Während der Zeremonie äußerte sich Adams auf seinem Twitter-Feed @guyadams öffentlich kritisch über die Olympia-Berichterstattung von NBC. Der Sender ist offizieller Partner von Twitter bei den Spielen in London. Hinweise, dass diese Beziehung bei Twitters Entscheidung, Adams zu sperren, eine Rolle gespielt habe, gibt es aktuell nicht.
Twitter erklärte, man werde sich zu einzelnen Konten oder Sperren nicht äußern. In einem Mailwechsel, den Guy Adams an das Wall Street Journal weitergeleitet hat, schreibt Twitter, sein Konto sei gesperrt worden, weil es "eine Verletzung der Twitter-Regeln war, private und vertrauliche Informationen an andere herauszugeben". Adams dagegen argumentiert, dass die Mail-Adresse, die er veröffentlicht hatte, öffentlich und für "jeden mit Zugang zu Google" auffindbar sei.
Tatsächlich heißt es in den Twitter-Regeln: "Wenn Informationen zuvor gepostet oder sonstwo im Internet angezeigt wurden, ehe sie auf Twitter gesetzt wurden, ist dies keine Verstoß gegen diese Regeln."
Adam hat Twitter vorgeworfen, dass die Beschwerde von NBC und die anschließende Sperrung seines Zugangs durch seine negative Berichterstattung über die Übertragung motiviert worden sei, die unter anderem einen Artikel im Independent umfasste.
Eine Sprecherin von NBC Sports sagte auf Anfrage: "Wir haben eine Beschwerde bei Twitter eingereicht, weil ein Nutzer persönliche Informationen einer unserer Führungskräfte getweetet hat. Laut Twitter ist das eine Verletzung der Privatsphäre-Regeln. Für Disziplin sorgt allein Twitter."
Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de




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