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Von B nach A: Chinas Aktienmarkt im Wandel

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Chinas B-Shares könnten bald der Vergangenheit angehören. Immer mehr Anleger verlieren das Interesse an den Aktien, die früher die einzige Möglichkeit für Ausländer waren, in den boomenden chinesischen Markt einzusteigen.

Chinas sorgengeplagtem Aktienhandel in ausländischer Währung, dem sogenannten B-Aktienmarkt, könnte bald das letzte Stündlein schlagen: Der weltgrößte Containerproduzent verkündete, dass er den Anteil seiner in Devisen gehandelter Aktien an der Shenzhenger Börse auflösen und sein Listing nach Hongkong umziehen will.

Einst waren B-Shares die einzige Möglichkeit für ausländische Investoren, am chinesischen Aktienmarkt teilzunehmen. Ihr Nennwert ist in Renminbi festgesetzt. Doch im Gegensatz zu sogenannten A-Shares werden sie nicht in Renminbi, sondern am Börsenplatz Shanghai in US-Dollar und in Shenzhen in Hongkong-Dollar gehandelt.

Nun verlieren die Anleger zunehmend das Interesse an den B-Shares. 2006 lockerte die chinesische Regierung die Beschränkungen für das internationale Kapital. Erst kürzlich senkte Peking die Mindestanforderungen für das Qualifizierungsprogramm für ausländische Investoren. Mit den neuen Regeln können Ausländer unter anderem auch mehr Anteile an chinesischen Unternehmen halten. Die langsame Öffnung hin zu einem breiteren Marktzugang zeigt Wirkung: Seit einigen Jahren boomen die in Yuan gehandelten A-Shares. Die dürftige Anzahl neuer Börsenzulassungen für B-Aktien in den vergangenen zehn Jahren unterstreicht diesen Wandel.

Zusätzlich befeuert wird dieser Wechsel von B nach A durch die streng kontrollierte, langfristige Aufwertung des Yuan, mit der Peking den Renminbi eventuell zu einer der globalen Leitwährungen ausbauen will. Dies stellt den Nutzen eines Aktienhandels in ausländischen Währungen jedoch zusätzlich in Frage.

Der Containerproduzent China International Marine Containers war bislang in beiden Aktientypen notiert. Doch das Unternehmen stellte fest, dass seine B-Aktien im Vergleich zu den A-Aktien mit einem schweren Abschlag handelten. Bevor es seine B-Shares umwandeln und nach Hongkong umsiedeln kann, müssen die Regulierungsbehörden und Anteilseigner noch zustimmen. Sollte der Wechsel erfolgreich vonstatten gehen, dürften dem Beispiel noch weitere Firmen folgen.

Der Wechsel nach Hongkong würde die Aktien des Unternehmens auf einen Markt bringen, auf dem die Bewertungen in der Regel höher ausfallen als für B-Shares. Das hat Gründe: Zum einen gibt es in Hongkong mehr Marktteilnehmer; zum anderen steht die Stadt seit Jahren für erfolgreiche Wetten auf den Aufschwung der chinesischen Wirtschaft.

Wechsel eigentlich nicht schwierig

Und angesichts der Kopplung des Hongkong-Dollars an den US-Dollar ist der Wechsel von der Schanghaier Börse – an der die Aktien in US-Dollar gehandelt werden - an die Börse in Hongkong nicht allzu schwierig. Noch einfacher wird es bei einem Wechsel von der Shenzhener Börse: Dort werden die B-Aktien bereits in Hongkong-Dollar gehandelt.

Eine weitere Option wird seit geraumer Zeit von Analysten und Investoren diskutiert: Die Erlaubnis, B-Aktien in A-Shares umzuwandeln. Doch angesichts der Tatsache, dass viele Unternehmen beide Aktientypen ausgegeben haben und dass A-Aktien höher gehandelt werden, könnte eine solche Aktion zu einem Ausverkauf der A-Shares und zu einer gleichzeitigen Rally bei den billigeren B-Aktien führen, da die Anleger die Preislücke zu schließen versuchen.

Zu viele kleine Unternehmen am B-Aktienmarkt

Das größte Problem für die Zukunft des B-Aktienmarktes könnte jedoch die Tatsache sein, dass dort zu viele kleine Unternehmen gelistet sind, die die Investoren in Hongkong nicht wirklich kennen. Viele von ihnen schneiden im breiteren Vergleich mit anderen dort notierten Werten unterdurchschnittlich ab. Das dürfte ihre Attraktivität für die Anleger noch weiter schmälern.

Davon abgesehen, könnten manche dieser Aktien sowieso bald verschwinden. Vor kurzem stellte die Aufsicht neue Regeln auf, die ein Unternehmen aus dem Index schmeißen wollen, wenn seine Anteile in 20 aufeinanderfolgenden Börsensitzungen unter dem Nennwert der Papiere notieren.

Das rüttelte einige Investoren auf. Der weithin unbekannte Elektronikzubehör-Hersteller Tsann Kuen (China) Enterprise zum Beispiel geriet durch die neuen Regeln Ende Juli unter schweren Druck an der Shenzhener Börse. Und die Verkaufswelle zog den gesamten Markt in Mitleidenschaft. Die Aktie des Unternehmens schloss 18 Handelstage lang unter ihrem Nennwert von 1 Yuan – bis zum 2. August. Zwei Tage vor Ablauf der Frist stoppte die Firma den Handel ihrer Aktie.

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