Von CHRISTIAN GRIMM
Die französische Nationalversammlung hat am Abend die 75-prozentige Besteuerung von Jahreseinkommen über eine 1 Million Euro beschlossen. Damit erfüllt die Regierung ein zentrales Versprechen von Präsident Francois Hollande aus dem Wahlkampf. Der hohe Steuersatz soll nur für zwei Jahre in Kraft bleiben. Etwas 1.500 Franzosen sind von der neuen Abgabe betroffen, die von der konservativen Opposition scharf attackiert wurde.
Ende September hatte Frankreichs Regierung den härtesten Haushalt seit Jahrzehnten vorgelegt. Darin waren die angekündigten Steuererhöhungen für Großverdiener und Konzerne enthalten, mit denen die Verschuldung des Landes angesichts einer stagnierenden Volkswirtschaft abgebaut werden soll. Staatspräsident François Hollande hat versprochen, bis zum Ende seiner Amtszeit 2017 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen und die Wirtschaft binnen zweier Jahre wieder auf Vordermann zu bringen.
Demnach sollen die Einnahmen aus Einkommenssteuern von Privatpersonen im nächsten Jahr um 23 Prozent steigen, während die Summe der Unternehmenssteuern um fast 30 Prozent zulegen soll.
Für die kleine Gruppe der Einkommensmillionäre wurden damals die Ankündigungen einer Sondersteuer konkretisiert. Die ungefähr 1.500 davon betroffenen Personen sollen einen Satz von 75 Prozent abführen. Im Durchschnitt werde jeder von ihnen im nächsten Jahr 140.000 Euro mehr Steuern zahlen, gab die Regierung an.
Der reichste Franzose und Chef des Luxus-Unternehmens LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton, Bernard Arnault, hatte damals auf die Pläne hin erklärt, er wolle belgischer Staatsbürger werden.
Kontakt zum Autor: christian.grimm@dowjones.com





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