• The Wall Street Journal

MDax klettert auf ein Allzeithoch

[image] dapd

An der Börse ging es in diesem Jahr zumeist nach oben. Der Nebenwerteindex MDax hat nun sogar ein Allzeithoch erreicht.

Die jüngste Börsenaufschwung in Deutschland hat einen Sieger gefunden: Der MDax hat am Mittwoch als erste großer deutscher Index ein neues Allzeithoch erreicht. Am Vormittag kletterte der Nebenwerte-Index auf 11.531 Punkte und übertraf damit den bisherigen Höchststand aus dem Juli 2007 um knapp 40 Punkte.

Petra von Kerssenbrock, Marktanalystin der Commerzbank, ist zuversichtlich, dass der MDax auch weiter steigt, wenngleich sich „die neuen Hochs jetzt erst einmal bestätigen müssen". Noch befinde sich der MDax in der Widerstandszone knapp unter 11.500 Punkten. Wenn er aber auf 11.600 Punkte steige, "dann sind weitere zehn Prozent Plus drin", glaubt die Analystin.

Der Rekordstand des MDax spiegelt sich auch in vielen Einzelwerten wider: 15 der 50 MDax-Aktien haben zuletzt ebenfalls neue Allzeithochs erreicht. "Die gute Marktbreite treibt den Index oben, und wegen der guten Marktbreite wird er weiter laufen", meint die Marktanalystin mit Verweis darauf, dass eine Index-Bewegung als nachhaltig gilt, wenn sie von möglichst vielen Werten bestätigt wird.

Am Mittwoch tragen die Aktien von EADS, Salzgitter, Gea, Metro und MAN wesentlich zu dem Anstieg bei. Andere Schwergewichte wie Brenntag, Kabel Deutschland und Symrise geben zwar etwas nach. Diese drei Titel sind aber gerade erst auf neue Allzeithochs gestiegen und verteidigen nun mehr oder weniger ihr hohes Kursniveau.

Hohe Dividendenrendite reizt zum Kauf

Als ein wichtiger Treiber für die Rally des MDax – seit Jahresbeginn ist er um 30 Prozent geklettert - gilt die hohe Dividendenrendite. Mit durchschnittlich 2,5 Prozent liegt sie deutlich über der von zehnjährigen Bundesanleihen, die bei etwa 1,5 Prozent liegt. Der MDax ist zwar etwas höher bewertet als der Dax. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei gut 13, während für Dax-Aktien im Schnitt nur der elffache Jahresgewinn bezahlt wird.

Dafür ist bei den Unternehmen aus der zweiten Reihe aber auch die Gewinndynamik größer. Die Commerzbank erwartet, dass die Gewinne der MDax-Unternehmen in diesem Jahr um gut acht Prozent wachsen werden. Für die Dax-Unternehmen rechnet sie dagegen nur mit einem Gewinnplus von drei Prozent und für die Unternehmen aus dem Euro-Stoxx-50 sogar einen Rückgang um 4,5 Prozent.

"Insgesamt ist das Bild bei den Geschäftsmodellen sehr differenziert", meint Volker Sack, Leiter des Aktien-Research bei der NordLB. Die Papiere von Symrise mit ihrem Kursplus von gut 30 Prozent seit Jahresbeginn profitierten etwa von der vielfältigen Verwendung ihrer Aromen. Die NordLB empfiehlt Symrise zum Kauf. Daneben favorisiert das Haus im MDax so unterschiedliche Titel wie Aareal Bank, Bilfinger, Gerry Weber, Hugo Boss, Krones, Leoni, MTU, Rheinmetall, Südzucker, TUI und Wacker Chemie.

Exportorientierung treibt die Gewinne

Einige Unternehmen im MDax zeichnen sich durch eine starke Exportorientierung aus - mit hohen Ausfuhranteilen in die schneller wachsenden Schwellenländer wie China. Die Kurse von solchen Unternehmen wie Dürr, Kuka, Fuchs Petrolub und Gildemeister haben seit Jahresbeginn zwischen 50 und 80 Prozent zugelegt.

Auch die Aktie der Hannover Rück gehört mit einem Plus von 45 Prozent zu den Top-10 dieses Jahres. "Sie haben unter anderem davon profitiert, dass die Hurrikan-Saison bisher glimpflich verlaufen ist", sagt Sack über den drittgrößten Rückversicherer der Welt.

An der Spitze der Gewinnerliste für dieses Jahr liegen Sky Deutschland und Gagfah, deren Kurse sich mehr als verdoppelt haben. Allerdings hatten diese beiden Aktien im vergangenen Jahr noch zu den großen Verlierern im MDax gehört.

Im Minus liegen dieses Jahr bisher nur acht der 50 MDax-Aktien. Die Aktie von Wacker Chemie etwa hat mit der Schwäche des Solarmarkts seit Januar etwa ein Viertel seines Wertes verloren. "Das Unternehmen ist aber nicht nur vom Solarmarkt abhängig", meint Sack in der Erwartung, dass sich der Kurs nach den Zahlen zum dritten Quartal stabilisiert. Ähnlich stark im Minus liegen die Aktien von Metro, die im September aus dem Dax in den MDax abgestiegen ist. Auch der Kurs des Stahlhändlers Klöckner & Co hat mit der schwachen Stahlnachfrage fast ein Viertel seines Wertes eingebüßt.

Kontakt zum Autor: herbert.rude@dowjones.com

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