Von ARCHIBALD PREUSCHAT und ANTON TROIANOVSKI
Der Aufsichtsrat der Deutschen Telekom AG und der Board des amerikanischen Mobilfunkanbieters MetroPCS haben die angedachte Fusion ihrer US-Aktivitäten laut informierten Personen genehmigt. Das fusionierte Unternehmen werde als T-Mobile firmieren. Chef des zusammengeschlossenen Mobilfunkanbieters werde der aktuelle CEO von T-Mobile USA, John Legere, sagte einer der Informanten.
Für die US-Tochter der Deutschen Telekom ist der Zusammenschluss mit MetroPCS ein Befreiungsschlag. Der viertgrößte Mobilfunkanbieter des Landes gewinnt dadurch an Reichweite und Attraktivität für die Kunden und kann es leichter mit den Marktführern aufnehmen. Probleme mit den Kartellwächtern in den USA dürfte der Zusammenschluss nicht bereiten.
Der vor einem Jahr geplante Verkauf von T-Mobile USA an den Telekomkonzern AT&T war am Veto der Wettbewerbsbehörden gescheitert. Die jetzige Transaktion ist aber viel kleiner, so dass hier keine Kartellbedenken aufkommen dürften.
Die nun angedachte Fusion soll derart durchgeführt werden, dass der kleinere Partner MetroPCS den größeren Wettbewerber T-Mobile übernimmt. Dafür wird aber die Deutsche Telekom mit 75 Prozent Mehrheitseigner des fusionierten Mobilfunkanbieters. Die Transaktion hat den Vorteil, dass T-Mobile USA auf diese Weise zu einem in den USA börsennotierten Unternehmen wird. MetroPCS ist derzeit schon an der Börse gelistet. Die Börsennotierung wird es der Telekom künftig leichter machen, sich Stück für Stück von weiteren Aktien von T-Mobile USA zu trennen.
Die Bernstein-Analystin Robin Bienenstock weist auch darauf hin, dass in den USA - historisch betrachtet - börsennotierte Telekommunikationsunternehmen um 25 Prozent höher bewertet als in Europa. Laut den Berechnungen der Analystin käme ein Gemeinschaftsunternehmen mit seinen dann knapp 43 Millionen Kunden zwar nur auf rund 13 Prozent des Gesamtmarktes, in dem Verizon Wireless 111 Millionen, AT&T 105 Millionen und Sprint 56 Millionen Kunden zählen. Im Prepaidmarkt würde der fusionierte Anbieter aber fast 30 Prozent des Marktes erreichen.
Billig wird die Transaktion nicht für die Telekom. Laut einem Informanten verbleiben 15 Milliarden US-Dollar Schulden von T-Mobile beim Bonner Konzern. Zudem sollen MetroPCS-Aktionäre 1,5 Milliarden Dollar in bar erhalten.
Es ist der zweite Anlauf der Bonner, ihr Geschäft auf der anderen Seite des Atlantiks in Ordnung zu bringen. T-Mobile USA war einst der Wachstumsmotor des Konzerns, doch seit Jahren schwächelt er. Ende vergangenen Jahres scheiterte der Versuch, die US-Tochter für 39 Milliarden Dollar an den Telekomkonzern AT&T zu verkaufen. AT&T ist der zweitgrößte Mobilfunkanbieter des Landes, das war den Wettbewerbshütern zu viel. Der Deutschen Telekom blieben als Entschädigung für den geplatzten Deal nur 4 Milliarden in bar. Das Geld soll in den Ausbau des schnellen LTE-Mobilfunknetzes fließen.
Doch auch nach dem gescheiterten Geschäft rennen T-Mobile USA die Kunden davon: 205.000 waren es unterm Strich allein im zweiten Quartal, mehr als das Vierfache der 50.000 Kunden, die ein Jahr zuvor der Telekom von der Fahne gegangen waren. 33,2 Millionen Kunden zählte T-Mobile USA noch zum Ende des zweiten Quartals, 1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Noch beängstigender ist der siebenprozentige Rückgang der Vertragskunden, die für mehr Umsatz sorgen als Prepaid-Kunden.
T-Mobile USA leidet insbesondere darunter, dass der Mobilfunkanbieter als einziger der vier großen Anbieter in den USA nicht das populäre iPhone von Apple anbieten kann. Wettbewerber wie Marktführer Verizon Wireless, AT&T und die Nummer drei, Sprint, haben da ein besseres Angebot.
Auch MetroPCS, der fünftgrößte Mobilfunkanbieter des Landes, fokussiert sich auf Prepaid-Kunden, 9,3 Millionen an der Zahl. Darüber hinaus verfügt das Unternehmen über ein LTE-Netz in dicht bevölkerten Gebieten, wie dem Nordosten der USA oder in Süd-Kalifornien.
Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

dapd






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