Baustelle 1: Abhängigkeit vom europäischen Markt verringern
Opel verkauft seine Autos überwiegend in Europa. Hier ist der Markt weitgehend gesättigt, die Verkaufszahlen sind rückläufig. Die Schuldenkrise hat die Talfahrt der vergangenen Jahre zuletzt noch verschärft. Zunehmend…
Baustelle 1: Abhängigkeit vom europäischen Markt verringern
Opel verkauft seine Autos überwiegend in Europa. Hier ist der Markt weitgehend gesättigt, die Verkaufszahlen sind rückläufig. Die Schuldenkrise hat die Talfahrt der vergangenen Jahre zuletzt noch verschärft. Zunehmend vermuten Experten, dass die erhoffte leichte Erholung 2013 ausbleibt und der Absatz weiter sinkt. Mit Exporten kann Opel wenig ausbügeln, die Opelaner fühlen sich von den Amerikanern zu Gunsten der Schwestermarke Chevrolet an die Kette gelegt. Doch Exporte alleine würden die Probleme nicht lösen. Wechselkurse und Importzölle machen ab gewissen Größenordnungen eigene Vor-Ort-Produktionen nötig. Der Königsweg scheinen Exporte also nicht zu sein.
MehrBaustelle 2: Markenimage wieder aufbauen
Opel haftet mittlerweile ein Verliererimage an. Die Marke gilt schon lange nicht mehr als Trendsetter. Die automobile Oberklasse wurde früh preisgegeben, obwohl man mit den Konkurrenten auf Augenhöhe war. Jahrelange Spekulationen um die Zukunft…
Baustelle 2: Markenimage wieder aufbauen
Opel haftet mittlerweile ein Verliererimage an. Die Marke gilt schon lange nicht mehr als Trendsetter. Die automobile Oberklasse wurde früh preisgegeben, obwohl man mit den Konkurrenten auf Augenhöhe war. Jahrelange Spekulationen um die Zukunft beschädigten den Ruf zusätzlich. Einiges haben die Rüsselsheimer versucht, ihr Image aufzupolieren, meist ohne Erfolg. Lena Meyer-Landrut, die Gewinnerin des European Song Contest von 2010 wurde Markenbotschafterin, wirkte bei ihren Auftritten aber stets deplatziert. Die "lebenslange Garantie", die Opel vor zwei Jahren auf Neuwagen ausrief, brachte viel Ärger: Wettbewerbshüter liefen dagegen Sturm. Im Frühsommer erklärte die Chefetage die Imageverbesserung zu einem wichtigen Zukunftsziel. Wie das konkret geschehen soll, ist noch nicht klar. Immerhin ist Opel nach Jahren der Abstinenz wieder Fußball-Sponsor. Ein Partner ist der amtierende Meister Borussia Dortmund. Das passt.
MehrBaustelle 3: Kosten senken
Auch wenn Opel betont, dass es nicht nur ums Sparen geht, sind die Kosten doch ein zentrales Problem. Auf dem Hauptmarkt Europa ist das Absatzpotenzial begrenzt. Dort aber gibt es massive Überkapazitäten, die Branchenexperten auf bis zu 40 Prozent schätzen.…
Baustelle 3: Kosten senken
Auch wenn Opel betont, dass es nicht nur ums Sparen geht, sind die Kosten doch ein zentrales Problem. Auf dem Hauptmarkt Europa ist das Absatzpotenzial begrenzt. Dort aber gibt es massive Überkapazitäten, die Branchenexperten auf bis zu 40 Prozent schätzen. In schwierigen Zeiten sind kaum Gewinne möglich. Stellenstreichungen und Werksschließungen sind wohl unvermeidbar. Opel stehen harte Verhandlungen mit der mächtigen IG Metall ins Haus. Opel verhandelt mit der Gewerkschaft über eine Verlängerung der Jobgarantie um zwei Jahre. Dafür soll die schon vereinbarte Tariferhöhung verschoben werden, was Millionen brächte. 2017 soll das Werk Bochum mit seinen rund 3.000 Beschäftigten dann schließen. Weil die Nachfrage schwach ist, meldete Opel kürzlich bis zum Jahresende für rund 10.000 Mitarbeiter in den deutschen Werken Kurzarbeit an.
MehrBaustelle 4: Allianz mit Peugeot-Citroën umsetzen und zum Erfolg führen
Es war ein Paukenschlag: Im Frühjahr verkündeten General Motors und der französische Wettbewerber Peugeot-Citroën eine große Kooperation, von der vor allem Opel profitieren soll. Es geht um die gemeinsame Nutzung…
Baustelle 4: Allianz mit Peugeot-Citroën umsetzen und zum Erfolg führen
Es war ein Paukenschlag: Im Frühjahr verkündeten General Motors und der französische Wettbewerber Peugeot-Citroën eine große Kooperation, von der vor allem Opel profitieren soll. Es geht um die gemeinsame Nutzung von Fahrzeugarchitekturen, Komponenten und Modulen und um den Aufbau einer weltweiten Einkaufsgemeinschaft. Beide Seiten glauben, dass so binnen fünf Jahren ungefähr zwei Milliarden US-Dollar pro Jahr eingespart werden können. Das erste Auto mit gemeinsamen Basis soll 2016 vom Band rollen. GM und Peugeot-Citroen halten sich explizit die Option offen, ihre Kooperation auszuweiten. Spekuliert wird deshalb, dass demnächst in Deutschland französische und in Frankreich deutsche Autos gebaut werden könnten. Konkret vereinbart ist, dass GM ab 2013 den Großteil seiner europäischen Logistikauf die PSA-Tochter Gefco überträgt.
MehrBaustelle 5: Kontinuität und Ruhe in die Führungsriege bringen
Fast 20 Vorstandschefs hat Opel seit Kriegsende verschlissen - alleine drei seit dem geplatzen Verkauf Ende 2009. Momentan führt der Unternehmensberater Thomas Sedran die Geschäfte kommissarisch, die Suche nach seinem…
Baustelle 5: Kontinuität und Ruhe in die Führungsriege bringen
Fast 20 Vorstandschefs hat Opel seit Kriegsende verschlissen - alleine drei seit dem geplatzen Verkauf Ende 2009. Momentan führt der Unternehmensberater Thomas Sedran die Geschäfte kommissarisch, die Suche nach seinem Nachfolger läuft. Opel will die Wende mit einer fast komplett erneuerten Führungsriege meistern: Seit Jahresbeginn wurden sechs von acht Vorstandsposten neu besetzt oder neu geschaffen. Das sorgt nicht gerade für die Ruhe im Unternehmen. Auch ist fraglich, wie viel Zeit GM seiner Autotochter noch geben wird. Opel ist das drängendste Problem des US-Automobilgiganten, der mit Steuermilliarden aus Washington vor der Pleite gerettet wurde. Washington macht General Motors zunehmend Druck, weil Präsident Barack Obama die Staatsbeteiligung aktuell nur mit Verlusten für den amerikanischen Steuerzahler verringern kann - eine schlechte Konstellation im Wahljahr 2012, in dem der Amtsinhaber von seinem Herausforderer Mitt Romney immer wieder für die teure Rettung von GM kritisiert wird.
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