Von BONNIE CHA
Das dürfte Ihnen doch ein Lächeln aufs Gesicht zaubern: Die eingebauten Kameras in Smartphones werden immer besser. Man muss also aus Bequemlichkeit nicht länger Abstriche bei der Bildqualität und bei bestimmten Funktionen machen. Unternehmen wie Apple, HTC, Nokia und Samsung verwenden bei ihren mobilen Geräten immer besser entwickelte Technologien. Und trotzdem: Wahrscheinlich wird das Potenzial noch lange nicht voll ausgereizt.
In dieser Woche werde ich Ihnen ein paar Tipps geben, wie Sie mit Ihren Smartphones bessere Fotos machen können. Zwar gibt es je nach Hersteller und Betriebssystem unterschiedliche Kamera-Programme. Doch die aufgelisteten Hinweise sollten so allgemein sein, dass sie sich auf die meisten Smartphones anwenden lassen.
Die Linse säubern
Das mag auf den ersten Blick selbstverständlich klingen. Doch oft wird dieser Punkt übersehen. Ich weiß von mir selbst, dass ich es häufig vergesse. Auch wenn Sie eine Schutzhülle verwenden, ist die Kameralinse in der Regel kaum geschützt. Bei der täglichen Verwendung des Smartphones kommt sie also schnell mit Schmutz in Berührung. Bevor Sie also ein Bild machen, wischen Sie vorher kurz mit einem Tuch drüber. Am besten verwenden Sie ein Mikrofasertuch, doch auch der Hemdärmel dürfte reichen.
Auflösung: Die Einstellungen überprüfen
Mit Ausnahme des iPhones erlauben es die meisten Smartphones ihren Besitzern, aus unterschiedlichen Auflösungen beim Erstellen von Fotos zu wählen. Werfen Sie also einen Blick ins Einstellungsmenü und wählen Sie die höchstmögliche Bildqualität aus. Dadurch wird gewährleistet, dass die Fotos am Ende auch über eine vernünftige Auflösung verfügen und alle Details erkennbar sind.
Blitz oder kein Blitz?
Es gibt mehrere Varianten von Blitzlichtern, die bei Smartphones zum Einsatz kommen. Doch am häufigsten ist wohl LED. LEDs eignen sich für Objekte, die nicht allzu weit entfernt sind. Allerdings können sie auch ziemlich stark sein und das ganze Bild ruinieren. Um das Licht besser zu streuen, eignet sich ein Stück Papiertaschentuch, das über das Blitzlicht gehalten wird. Dadurch wird das Bild weicher und ein Blendeffekt wird vermieden. Apropos: Wenn Sie ein Blitzlicht verwenden, stellen Sie sicher, dass sich im Hintergrund keine reflektierenden Oberflächen befinden.
Ein Blitz ist aber nicht nur schlecht. Um schwarze Silhouetten zu vermeiden, sollte man zwar weitestgehend darauf verzichten. Ist das jedoch nicht möglich, eignet er sich gut, um Gegenstände ins helle Licht zu rücken.
Experimentieren Sie mit Belichtungszeit, ISO und Weißabgleich
Das größte Problem beim Fotografieren mit Smartphones? Zu wenig Licht. Ein Blitzlicht kann zwar in bestimmten Situationen helfen. Doch man sollte auch versuchen, Belichtungszeit und ISO-Zahl in den Einstellungen von Android- und Windows-Smartphones zu verändern.
Mit ISO lässt sich die Lichtempfindlichkeit der Kamera verändern: Je höher die ISO-Zahl, desto mehr Licht fällt ein. Natürlich leidet darunter die Qualität des Bildes. Als Belichtungszeit wird wiederum der Zeitraum bezeichnet, in dem der Sensor oder der Film dem Licht bei der Aufnahme ausgesetzt wird.
Noch eine Einstellung, die man sich genauer anschauen sollte, ist der Weißabgleich. Er dient dazu, die Kamera für die Farbtemperatur des Lichtes am Aufnahmeort zu sensibilisieren. Damit weiß die Kamera, welche Farbe sie als Weiß sehen soll. Sollte hier etwas falsch eingestellt sein, dann kann das Foto am Ende einen Rot- oder Blaustich haben.
Die meisten Smartphones kommen auch ohne manuelle Einstellung des Weißabgleiches aus und liefern mit dem automatischen Abgleich akzeptable Bilder. Wer jedoch in dunkleren Umgebungen fotografieren will, der sollte nach dem Öffnen der Kamera-App zunächst ein paar Sekunden abwarten, damit sich die Kamera auf die Lichtverhältnisse einstellen kann. Sieht das Foto jedoch immer noch merkwürdig aus, dann kann ruhig einmal eine Voreinstellung ausgewählt werden, die die Umgebung am besten beschreibt – zum Beispiel bewölkt, künstlich beleuchtet oder natürliches Licht.
Das Herumspielen mit manuellen Einstellungen mag zunächst einschüchternd sein. Vor allem, wenn Sie nicht damit vertraut sind. Haben Sie Mut, es lohnt sich!
Verschiedene Bild-Modi ausprobieren
Machen Sie nicht nur einfache Fotos. Smartphone-Kameras wie die im Nokia Lumia 900 und die in Samsungs Galaxy S III bieten zahlreiche kreative Aufnahmefunktionen an. Die sind nicht nur nützlich, sie machen auch jede Menge Spaß. Soll zum Beispiel ein Sprung mit dem Mountainbike fotografiert werden, dann kann der Aktionsmodus ausgewählt werden. Dabei werden in schneller Abfolge mehrere Bilder hintereinander gemacht. Für Naheinstellungen, einfach den Makro-Modus auswählen.
Für eine Aufnahme von einem Gebirge oder einer Skyline bietet sich die Panorama-Funktion an. Die gibt es schon länger bei Android-Smartphones. Und auch Apple bietet seit iOS 6 für iPhone 5 und iPhone 4S eine native Lösung an. Mit Apps von Drittanbietern ließen sich jedoch schon vorher entsprechende Bilder machen – zum Beispiel die kostenlose iPhone-App 360-Grad-Panorama.
Vermeiden Sie den digitalen Zoom
Zoom ist der Bereich, in dem die normalen Digitalkameras immer noch besser sind als die Smartphone-Herausforderer. Denn sie bieten einen optischen Zoom an. Dabei wird die Linse tatsächlich bewegt, um an ein Objekt dichter heranzukommen. Bei Smartphones hingegen kommt ein digitaler Zoom zum Einsatz. Dabei wird einfach das normale Bild vergrößert und die Qualität des Fotos sinkt. Selbst mit der höchsten Auflösung sind die Bilder am Ende körnig, die Pixel klar erkennbar. Falls möglich also besser an das Objekt herangehen und andere Winkel ausprobieren.
Stützen Sie sich selbst
Eine der größten Herausforderungen beim Fotografieren mit dem Smartphone ist das Abstützen der Hand, um möglichst Fotos ohne Verwacklung machen zu können. Es gibt ein paar Dinge, die man machen kann, um am Ende nicht mit einem verschwommenen Bild dazustehen.
Einige Smartphones werden heute bereits mit Bildstabilisierungsfunktionen ausgeliefert. Also wäre der erste Schritt, zu überprüfen, ob diese Funktion aktiviert ist. Außerdem sollten Sie das Telefon mit beiden Händen halten und den Daumen nutzen, um den Auslöser zu betätigen. Wenn Sie Ihre Arme dann auch noch dicht an den Körper halten, werden weitere Wackler ausgeschlossen. Natürlich kann man das Smartphone auch auf einem festen Untergrund platzieren. Dank des eingebauten Timers schafft man es dann sogar noch mit aufs Bild.
Die Bearbeitung nicht vergessen
Auch wenn Sie mit dem Bild nicht komplett zufrieden sein sollten, sollten Sie es nicht gleich löschen. Smartphones bieten heute bereits zahlreiche Möglichkeiten an, ein Foto nachträglich zu bearbeiten. Auf dem iPhone können zum Beispiel rote Augen entfernt und der Bildausschnitt verändert werden. Bei Android-Geräten können außerdem spezielle Filter eingesetzt werden. Damit sehen die Bilder anschließend cool und retro aus. Von den zahlreichen Programmen von Drittanbietern wie Instagram ganz zu schweigen.
Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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