• The Wall Street Journal

Apple lässt 10 Millionen iPad mini produzieren

[image] dapd

Auch wenn Apple aktuell noch der größte Produzent von Tablets weltweit ist, musste das Unternehmen beim Marktanteil Einbußen verkraften. Unser Bild zeigt das iPad 2.

Obwohl Apple noch nicht bestätigt hat, dass das Unternehmen an einem iPad mini arbeitet, brodelt die Gerüchteküche schon wieder über. Einige Zulieferer von Apple in Asien geben an, sie hätten den Auftrag erhalten, mehr als 10 Millionen Stück der kleinen Tablet-Computer im vierten Quartal herzustellen. Diese Zahlen würden bedeuten, dass Apple mit einer großen Nachfrage rechnet – trotz der starken Konkurrenz im Bereich der kleineren Tablets. Das Unternehmen bleibt auch weiterhin seiner Linie treu und äußert sich nicht auf eine Anfrage bezüglich des Gerätes, das von der Branche als iPad mini bezeichnet wird.

Das Wall Street Journal hatte vor ein paar Tagen berichtet, dass die Komponentenausstatter in Asien bereits mit der Produktion des 7,85 Zoll großen Tablets begonnen haben. Wann das neue Gerät in den Handel kommt, weiß aber ebenfalls nur Apple. Der Technikblog AllThingsD berichtete im vergangenen Monat, dass das Unternehmen aus Cupertino noch im Oktober zu einer Presseveranstaltung einladen würde. Dort soll das Gerät offiziell vorgestellt werden.

Hohe Nachfrage nach kleineren Tablet-Varianten

Analysten verweisen auf die anhaltend hohe Nachfrage nach dem 5,3 Zoll großen Galaxy Note von Samsung Electronics und dem 7 Zoll großen Kindle Fire von Amazon, wenn die Frage aufkommt, ob es einen Markt für kleinere Tablets gibt. Bislang bietet Apple nur eine Größe an – das 9,7 Zoll große iPad.

„Für Apple als Marktführer ist es durchaus sinnvoll, seine Dominanz mit einer kleineren Variante zu festigen", sagt Diana Wu, Analystin bei Capital Securities. Denn auch wenn Apple aktuell noch der größte Produzent von Tablets weltweit ist, musste das Unternehmen beim Marktanteil Einbußen verkraften. Auf Google s Betriebssystem Android basierende Produkte der Konkurrenz erfreuen sich immer größerer Beliebtheit bei den Kunden.

Laut einer Untersuchung der Marktforscher von iSuppli lag Apples Anteil am weltweiten Tabletmarkt im zweiten Quartal bei 69,6 Prozent. 2010 waren es noch knapp 84 Prozent. Zweitgrößter Produzent von Tablet-PCs ist Samsung Electronics mit 9,2 Prozent im zweiten Quartal.

Analysten gehen davon aus, dass Apple sein kleineres Tablet zu einem attraktiven Preis anbieten muss, um Erfolg zu haben. Das 7 Zoll große Kindle Fire HD von Amazon wird für 199 US-Dollar verkauft, das gleichgroße Nexus 7 von Google kostet ebenfalls 199 Dollar. „Das iPad mini wird für Apple ein Erfolg, wenn es unter 300 Dollar in den Handel kommt", meint RBS-Analyst Wanli Wang überzeugt.

Doch wie genau wird das neue iPad mini aussehen? Orientiert sich Apple am Design des bisherigen Platzhirschen – des großen iPad? Brian White, Analyst bei Tokepa, ist in Asien unterwegs gewesen und hat mit den Zulieferern gesprochen. Er berichtet, das neue mini – oder wie auch immer Apple das neue Gerät nennen wird – soll noch geschmeidiger als sein großer Bruder sein. „Apple hat nicht an der Ästhetik geknausert", sagt White. „Wir gehen sogar davon aus, dass sich das iPad mini in den Händen der Kunden noch besser anfühlt als das normale iPad." White behielt schon in der Vergangenheit häufiger Recht.

AllThingsD will ebenfalls Vielversprechendes erfahren haben. So soll das Design den Herstellerfirmen viel abverlangen. White bestätigt: „Die Produktion des iPad mini dürfte die Produzenten herausfordern. Es wird nicht so einfach sein, wie bei den bisherigen Modellen." Darum gehe er davon aus, dass es am Anfang zu Lieferschwierigkeiten kommen könnte.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Aufstieg und Fall

  • [image]

    Nokia: Vom Handy-König zum Übernahmekandidaten

    Nokia war einst der dominierende Handykonzern und eines der innovativsten Techologie-Unternehmen der Welt. Den Smartphone-Trend verschliefen die Finnen aber, Marktanteil und Aktie stürzten ab. Ein Verkauf der Handy-Sparte wird diskutiert. Chronik eines Absturzes.

  • [image]

    So teuer sind Deutschlands Großstädte

    Wohnen in der Stadt wollen immer mehr junge Leute und auch Familien. Lange Anfahrtswege zur Arbeit schrecken sie ab. Die Verstädterung hat ihren Preis. Immobilien in Ballungszentren werden immer teurer.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 19. Juni

    In den aktuellen Fotos des Tages schwitzt der US-Präsident vor dem Brandenburger Tor, hat ein tosender Fluss in Frankreich ein Landstraße weggespült und auch in Indien dümpeln Busse im Hochwasser. Außerdem zeigen wir Lotsblüten und trinkende Tauben.

  • [image]

    Barack Obamas große Berlin-Show

    Barack Obama war zum ersten Mal während seiner Präsidentschaft zu Gast in der deutschen Hauptstadt. Mit seiner Rede vor dem Brandenburger Tor reihte er sich in die Tradition von John F. Kennedy und Ronald Reagan ein. Wir zeigen die Bilder vom Besuch der Obamas in Berlin.

  • [image]

    Spektakuläre Formen - Autos wie Skulpturen

    "Sinnlicher Stahl: Autos des Art Deco", unter diesem Titel zeigt das Frist Center for Visual Arts in Nashville, Tennessee, 19 Autos und zwei Motorräder. Die Ausstellung ist gewissermaßen eine Hommage an das im Art Déco gehaltene Gebäude: Sie zeigt Fahrzeuge in sinnlicher Strenge.

Erwähnte Unternehmen