Von SHARA TBIKEN
Der Chipriese Intel will den Energieverbrauch seiner besten Prozessoren um 41 Prozent senken, um mobile Computer weiter zu verdünnen und die Akkulaufzeit weiter zu verlängern.
Erste Details zu den neuen und energieeffizienten Mikrochips, die nächstes Jahr auf den Markt kommen sollen, will das Unternehmen auf der jährlich stattfindenden Entwicklerkonferenz in San Francisco nennen, die am 11. September startet. Intels Ankündigung fällt in eine Zeit, in der die Nachfrage nach konventionellen Laptops sinkt und der neuen Kategorie der Ultrabooks noch nicht der Durchbruch gelungen ist.
Intel versorgt mehr als 80 Prozent der weltweit verkauften PCs mit seinen Prozessoren, kämpft aber damit, seine Technologien in Smartphones und Tablets zu etablieren. Diese Geräte werden typischerweise von Chips angetrieben, die auf dem Design der britischen Firma ARM basieren und von dort lizenziert sind. Sie werden vor allem wegen des geringeren Stromverbrauchs eingesetzt.
Einerseits versucht Intel die eigenen leistungsschwachen Chips der Atom-Reihe in den Geräten zu etablieren, andererseits sollen die herkömmlichen PC-Prozessoren effizienter werden, um die Unterschiede beider Prozessorkategorien verschwimmen zu lassen. Auf der Entwicklerkonferenz will Intel außerdem neue dünne und leichte Laptops präsentieren, die sich in Tablets verwandeln können. Die neue Computerkategorie nennt Intel „Ultrabook convertibles". Zudem will Intel Systeme mit Funktionen wie Gestenerkennung sowie Sprach- und Gesichtserkennung präsentieren.
Dem Unternehmen zufolge wird die vierte Generation der in PCs am häufigsten verbauten Core-Reihe - Codename Haswell - schneller sein, eine bessere integrierte Grafik bieten und verbesserte Sicherheitsfunktionen besitzen. Die größte Veränderung jedoch ist die Leistungsaufnahme: zehn statt der bisher 17 Watt für vergleichbare Chips soll die neue Prozessorengeneration verbrauchen.
„Das bedeutet, wir können Geräte noch dünner, noch leichter und mit noch längerer Akkulaufzeit bauen – und das bei vollwertigen PCs", sagt Kirk Skaugen, General Manager der PC-Kunden-Sparte von Intel. „Endlich werden Sie sich wohl dabei fühlen, aus dem Haus zu gehen und keinen Akku mitzunehmen."
Das Unternehmen reagierte im Mai 2011 auf die Wünsche von Unternehmen wie Apple und veränderte den Entwicklungsfahrplan für neue Prozessoren, um die Reduzierung der Leistungsaufnahme in den Mittelpunkt zu stellen. Damals setzte sich Intel die Marke von einem 15-Watt-Verbrauch als Ziel, die mit der Haswell-Generation erreicht ist.
Neben dem besseren Chipdesign profitiert Haswell auch von einem neuen Fertigungsprozess. Dabei wird ein Transistordesign genutzt, das erstmals bei der dritte Generation der Core-Prozessoren eingesetzt wird. Intel rechnet damit, eine kleine Charge der Chips der dritten Generation zu produzieren, die ebenfalls zehn Watt verbrauchen werden und in der ersten Hälfte 2013 auf den Markt kommen sollen, sagt Skaugen.
Haswell wird später erwartet, ein genaues Datum oder Details zu den technischen Eigenschaften möchte Skaugen aber nicht verraten. Was er allerdings verriet, ist, dass Intel ursprünglich damit rechnete, dass Haswell etwa 17 Watt verbrauchen würde. „Allerdings waren wir in der Lage, das Chipdesign und die Fertigung stärker zu verbessern, als wir es erwartet hatten", sagt er.
Laut Patrick Moorhead, Analyst bei Moor Insights & Strategy, müsste Intel die Leistungsaufnahme für Tablets ohne Lüfter - wie Apples iPad - auf etwa vier Watt reduzieren. Allerdings können die Geräte mit Haswell-Prozessor immerhin weniger penetrante Lüfter nutzen, und sie sind deutlich dünner als aktuelle Ultrabooks. „Für die Convertibles und die Laptops werden die Prozessoren absolut essentiell sein", sagt Moorhead.
Allerdings sind die Aussichten für den PC-Markt selbst mit verbesserten Funktionen und schnellerer Performance ungewiss. Der globale PC-Absatz stagniert laut den Marktforschern von Gartner nun schon das zweite Quartal in Folge, vor allem durch die schwache Konjunktur und die Stärke von Tablets und Smartphones.
Ultrabooks, eine Marke, die Intel für besonders dünne Laptops mit einer Reihe neuer Funktionen erfunden hat, sind nach wie vor teurer als andere mobile Computer und verkaufen sich schleppend. „Die Kunden mögen den Formfaktor, aber wenn sie dafür mehr zahlen sollen, schrecken sie zurück", sagt Roger Kay von der IT-Marktforschungsfirma Endpoint Technologies.
Laut Intel-Manager Skaugen übersteigt die Anzahl der auf den Markt gebrachten Ultrabooks Intels Erwartungen. Die Geräte sollten sich noch besser verkaufen, wenn Microsoft Windows 8 mit Touch-Bedienung im Oktober veröffentlicht. Auch die Preise werden Skaugen zufolge weiter sinken, wobei Geräte mit Touchscreens wohl rund 100 Dollar teurer sein werden als die normalen Ultrabooks.
—Mitarbeit: Don ClarkKontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de







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