• The Wall Street Journal

Neues iPhone kommt in die schnellen Netze

Das iPhone 5 wird mit den schnellsten Netzen überhaupt kompatibel sein. Das Gerät von Apple soll mit den so genannten LTE-Netze in den USA, Europa und Asien kompatibel sein, erfuhr das Wall Street Journal von Leuten, die mit dem Thema vertraut sind. Allerdings ist unwahrscheinlich, dass die LTE-Netze bei jedem Netzbetreiber empfangen werden können.

Apple stellt das iPhone 5 wohl am Mittwoch vor. Dass die neue Version von Apples Smartphone mit den LTE-Netzen kompatibel ist - sie sind weit schneller als die UMTS-Netze - räumt für Apple einen Stolperstein im Rennen um Marktanteile zur Seite und gibt den Netzbetreibern die Möglichkeit, ihre schnellsten Datendienstleistungen an die iPhone-Nutzer zu verkaufen. Apples Konkurrenten, wie Marktführer Samsung, bauen seit einiger Zeit LTE-kompatible Smartphones und hatten so bisher einen Wettbewerbsvorteil.

Die Übertragungsnetzbetreiber wollen Kunden zu den schnellen und effizienteren Netzwerken treiben – da per LTE etwa Videos flüssiger wiedergegeben werden können, würden die Kunden so mehr Daten herunterladen und dadurch mehr zahlen. Allerdings ist unwahrscheinlich, dass LTE überall funktioniert. Das iPad 3 ist ebenfalls mit der Technik ausgestattet. In Deutschland hat sich das Tablet aber inkompatibel für die LTE-Netze erwiesen – nur über je zwei Betreiber in den USA und zwei in Kanada kommt der schnelle Datenfunk aufs iPad. Ähnliches könnte auch beim iPhone 5 passieren.

Der Grund liegt in den Frequenzbereichen: Für LTE gibt es weltweit etwa 36 verschiedene, verglichen mit nur 22 etwa bei der 3G-Technologie. Es ist möglich, ein Smartphone zu bauen, das mehrere LTE-Frequenzbereiche unterstützt – aber sehr schwierig, die Chips so zu erschaffen, dass sie alle Bereiche abdecken. Daten des Recherchedienstleisters International Data Corp. Zeigen, dass weltweit nur drei Länder viele LTE-Kunden haben: Die USA, Südkorea und Japan. Die Firma mit den meisten Kunden ist Verizon Wireless mit neun Millionen. Darauf folgt der Südkoreanische Betreiber SK Telecom mit 2,75 Millionen und Japans NTT DoCoMo mit 2,23 Millionen.

In Europa dagegen ist LTE noch wenig verfügbar. In Deutschland und in Schweden gibt es die Technik, viele andere Länder sind noch außen vor. In Frankreich etwa ist der Datenturbo bisher nur in einigen wenigen Städten angelangt – Paris gehört nicht dazu.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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